Reisende Roboter

shz.de von
03. August 2014, 13:43 Uhr

Wer mit dem Auto gerade in Kanada unterwegs ist, der kann etwas für die Kunst und die Forschung tun. Irgendwo am Straßenrand sitzt ein menschenähnlicher Roboter und bittet um einen „Lift“. 6000 Kilometer will der ungewöhnliche Tramper von der Ost- zur Westküste zurücklegen. Ziel des Experiments ist es, zu ermitteln, ob der echte Mensch Vertrauen zum künstlichen Pendant hat. Zwei Wissenschaftler und eine Kunstgalerie haben den Roboter auf die Reise geschickt. Der technisch hochgerüstete Mitreisende kann sprechen sowie das Verhalten des Fahrers registrieren. Und zwar nicht nur, ob er gut oder schlecht fährt, auch seine soziale Einstellung wird entlarvt. Er glaubt allein zu sein – und ist es nicht. Denn in einer Zentrale könnte jeder Fluch, jeder laut ausgesprochene Gedanke mitgehört werden. Diesen Nachteilen stehen allerdings auch Vorteile gegenüber. Stellt der Mitreisende kritische Fragen – was auch passiert ist –, kann ihn der Fahrer jederzeit ausladen. Oder durch Knopfdruck zum Schweigen bringen.

Mit der/dem Gattin/Gatten auf dem Beifahrersitz ist das bekanntlich nicht möglich.

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