„Tod den Taliban“ : Regimekritische Proteste im Iran gehen weiter – USA rufen zu Unterstützung auf

Iraner demonstrieren in Teheran, um die ihre Regierung zu unterstützen, während es auch zu spontanen Protesten gegen die Regierung kommt.

Iraner demonstrieren in Teheran, um die ihre Regierung zu unterstützen, während es auch zu spontanen Protesten gegen die Regierung kommt.

Iraner demonstrieren gegen die Ruhani-Regierung. Die USA mit ihrem Präsidenten Donald Trump befeuern die Proteste.

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30. Dezember 2017, 14:19 Uhr

Teheran | Im Iran ist es am Samstag erneut zu regimekritischen Protesten gekommen – diesmal sogar in der Hauptstadt Teheran. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars riefen Dutzende Demonstranten vor der Teheraner Universität „Tod den Taliban“ und verglichen damit das iranische Establishment mit den radikalen Islamisten in Afghanistan.

Von den jüngsten Protesten gab es auch Video-Clips in sozialen Netzwerken. Das iranische Innenministerium warnte vor einer Teilnahme an „illegalen“ Protesten. „Diese Versammlungen sind illegal und wir fordern die Menschen auf nicht daran teilzunehmen“, sagte Innenminister Abdulrahman Rahmani Fasli am Samstag. Sonst könnte es „problematische Konsequenzen“ geben, warnte der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Das Innenministerium ist jedoch Fasli zufolge bereit, Anträge auf friedliche Demonstrationen zu überprüfen.

Nach Augenzeugenberichten wurden in mehreren Teilen der Hauptstadt Teheran Sondereinheiten der Polizei stationiert. Besonders stark soll ihre Präsenz in der Nähe der Teheraner Universität in der Stadtmitte sein. Von Präsident Hassan Ruhani, der sich stets gegenüber Kritik offen gezeigt hatte, gab es zunächst keine Reaktion.

Die USA haben die Länder der Welt zur Unterstützung der Proteste aufgerufen. „Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Volk und seine Forderungen nach Grundrechten und einem Ende der Korruption öffentlich zu unterstützen“, teilte das US-Außenministerium in der Nacht zum Samstag in Washington mit. US-Präsident Donald Trump warnte die Führung in Teheran auf Twitter: „Die Welt schaut hin“.

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„Die USA verurteilen entschieden die Festnahme von friedlichen Demonstranten“, hieß es aus dem Außenministerium weiter. „Irans Führer haben ein wohlhabendes Land mit einer reichen Geschichte und Kultur in einen wirtschaftlich verdorrten Schurkenstaat verwandelt, dessen Hauptexporte Gewalt, Blutvergießen und Chaos sind.“

Auch vor der iranischen Botschaft in Berlin haben gut Hundert Regimekritiker gegen die Führung in Teheran demonstriert. Sie forderten am Samstag die sofortige Freilassung von Hunderten Festgenommenen im Iran. Bereits am Freitag hatten rund 50 Menschen vor der Botschaft demonstriert, wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte. Angemeldet wurden die Demonstrationen von der „Exil-Iranischen Gesellschaft in Berlin“. Vorkommnisse gab es nach Polizeiangaben bislang keine.

Am Donnerstag und Freitag gab es in mindestens neun iranischen Städten Proteste gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik der Regierung von Präsident Hassan Ruhani. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren aber auch Demonstranten zu sehen, die politische Slogans gegen den regierenden Klerus skandierten und riefen: „Mullahs schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe“.

Gleichzeitig gab es in Teheran und anderen Städten staatlich organisierte Demonstrationen gegen die regimekritischen Versammlungen, an denen Medienangaben zufolge landesweit Tausende teilnahmen. Über die regimekritischen Versammlungen gab es in den Medien kaum Berichte, dafür aber in den sozialen Medien.

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