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Assad-Regime : Rebellen-Rückzug in Aleppo: Wie geht es jetzt in Syrien weiter?

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Aleppo war die am heftigsten umkämpfte Stadt im Syrien-Krieg. Nun gibt es eine Einigung. Aber was bedeutet die?

Damaskus | Die syrischen Regierungstruppen haben nach mehrmonatigem Kampf die Kontrolle über die Großstadt Aleppo übernommen. Das sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Dienstag in New York. Die Kämpfe im Osten von Aleppo seien beendet. Rebellen in Ost-Aleppo hatten sich nach eigenen Angaben mit der syrischen Regierung auf einen Abzug aus der erbittert umkämpften Stadt geeinigt. Zivilisten und einigen Kämpfern werde es erlaubt, die Stadt zu verlassen, sagte ein Sprecher der wichtigen Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Lange galt Aleppo als die am heftigsten umkämpfte Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Der angekündigte Abzug der Rebellen könnte ein Wendepunkt in dem jahrelangen Konflikt werden.

Aus syrischen Regierungskreisen hieß es, dass die Rebellen am Mittwoch die verbliebenen Stadtviertel im Osten räumen würden. Die Unterhändler bestünden darauf, dass die Rebellen vor dem Abzug ihre Waffen ablegten. Der Rebellensprecher sagte allerdings, dass den Kämpfern ein Abzug mit ihren persönlichen Waffen erlaubt sei.

Fragen und Antworten zum Thema:

Warum wird der Kampf um Aleppo so erbittert geführt?

Aleppo hat sich zu einem Symbol in dem mehr als fünf Jahre andauernden Bürgerkrieg entwickelt. Fast seit Beginn der Kämpfe war die Stadt geteilt: Das Regime kontrollierte die westlichen Stadtviertel, Rebellen den Osten. Aleppo ist die größte Stadt im Norden Syriens und war vor dem Krieg eine wichtige Handelsmetropole. Zudem kommt ihr auch eine wichtige strategische Bedeutung zu.

Welche strategische Bedeutung hat Aleppo?

Mit dem endgültigen Sieg über die Rebellen in Ost-Aleppo würde der Spielraum der syrischen Armee und ihrer Verbündeten enorm wachsen. Ein entscheidendes Schlachtfeld fällt weg, die Armee kann sich dann auf die anderen Fronten im Land konzentrieren. Der Kampf um Aleppo hat viele Kräfte gebunden. Zudem kontrolliert das Regime nach dem Abzug der Rebellen wieder eine wichtige Achse von Nordsyrien Richtung Süden bis in die Hauptstadt Damaskus.

Welche symbolische Bedeutung hat der angekündigte Abzug für Assad?

Mit der vollständigen Rückeroberung Aleppos hätte Machthaber Baschar al-Assad wieder alle wichtigen Großstädte im Land unter Kontrolle. Angefangen von Aleppo im Norden über Homs bis zur Hauptstadt Damaskus würde die Armee dann wieder die Gebiete Syriens kontrollieren, in denen die meisten Menschen leben. Die komplette Einnahme einer Metropole, die fast fünf Jahre lang heftig umkämpft war, wäre eine Demonstration der Macht Assads - trotz der Hilfe durch Syriens Verbündete.

Wie wichtig war das Eingreifen Russlands?

Die Front zwischen Ost- und West-Aleppo war lange Zeit fast statisch. Erst mit dem Eingreifen Moskaus und der Luftunterstützung durch die russische Armee verschoben sich die Frontverläufe innerhalb der Stadtgrenzen. Wie verwundbar die Armee von Syriens Präsident Baschar al-Assad ohne die Unterstützung seiner Verbündeten Russland und der schiitischen Hisbollah ist, hat der überraschende Einmarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der zuvor von Regierungstruppen beherrschten antiken Stadt Palmyra in Zentralsyrien gezeigt.

Könnte der Fall Aleppos ein baldiges Ende des Bürgerkrieges bedeuten?

Ziehen die Rebellen tatsächlich ab, wäre der Sieg über die Aufständischen in Aleppo sicherlich ein Wendepunkt in dem andauernden Krieg; dessen Ende bedeutet das aber noch lange nicht. Die Terrormiliz IS kontrolliert weiter größere Gebiete in Zentral- und Ostsyrien. Verschiedene Rebellengruppen halten Gebiete in ländlicheren Regionen. Unter diesen Gruppen - von moderaten bis zu islamistischen Gruppierungen - könnten sich jetzt neue Bündnisse ergeben. Zudem könnten einzelne Gruppen dazu übergehen, gezielt Anschläge zu verüben. Zu viele unterschiedliche Interessen und Gruppen spielen in Syrien mittlerweile eine Rolle, als dass das Ende einer Schlacht auch das Ende des Krieges bedeuten würde.

 

Nach Angaben der Vereinten Nationen waren in den vergangenen Tagen mehr als 40.000 Menschen aus den umkämpften Gebieten geflohen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Syrien sprach zuletzt von katastrophalen Zuständen. Es habe demnach keine medizinische Versorgung mehr gegeben. Die Menschen hätten sich teilweise tagelang versteckt, ohne Wasser und Nahrung.

Aleppo war lange Zeit eine der am heftigsten umkämpften Städte im syrischen Bürgerkrieg. Bereits kurz nach Beginn der Kämpfe im Jahr 2012 eroberten verschiedene Rebellengruppen Stadtviertel im Osten der Stadt, während westliche Viertel vom syrischen Regime kontrolliert wurden.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 20:35 Uhr

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