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Neuer Bundespräsident in Österreich : Reaktionen zu Van der Bellen: „Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen“

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Europa freut sich über das Wahlergebnis, nur Rechtspopulisten nicht. In den sozialen Netzwerken ist die Meinung geteilt.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2016 | 20:00 Uhr

Wien | Die Österreicher haben Alexander Van der Bellen zu ihrem neuen Bundespräsidenten gewählt. Das viel beachtete Wahlergebnis sorgt für ein Aufatmen bei Demokraten in Europa, galt Van der Bellen als sehr europafreundlich, ganz im Gegensatz zu seinem Herausforderer Norbert Hofer von der FPÖ. Bei gemäßigten Parteien überwog die Freude über den Wahlausgang, die europäischen Rechtspopulisten sahen lediglich einen „mutigen“ Wahlkampf der FPÖ. Kommentatoren in den sozialen Netzwerken freuten sich über das Wahlergebnis auf ernsthafte und satirische Weise, gleichzeitig wurden aber auch verzweifelte Stimmen laut.

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat dem ehemaligen Grünen-Chef zu dessen Sieg gratuliert. „Ein sehr guter Tag für Österreich. Jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass sich keiner als Verlierer sieht“, schrieb Kern Sonntagabend auf Twitter.

„Das ist ein historischer Tag, eine historische Zäsur“, sagte die österreichische Grünen-Vorsitzende Eva Glawischnig. Für Österreich sei das eine gute und deutliche Entscheidung. Glawischnig sprach von einem Votum für ein Miteinander im Land. Zudem sei dies eine klare pro-europäische Entscheidung, die nach dem Brexit, aber auch nach der US-Wahl besonders wichtig sei.

Reaktionen aus Deutschland

Reaktionen kamen auch aus Deutschland. Die CDU zeigte sich erfreut über den Wahlausgang. Auf Van der Bellen komme nun die Aufgabe zu, „die österreichische Gesellschaft nach diesem langen und harten Wahlkampf wieder zusammenzuführen“, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

Von der SPD gab es ebenfalls Glückwünsche. „Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen“, twitterte SPD-Chef Sigmar Gabriel.

 

FDP-Chef Christian Lindner schrieb auf Twitter mit Van der Bellen habe eine Mehrheit Vernunft und Verantwortung gezeigt, „das ist ein Signal über #Oesterreich hinaus.“

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach v Signal gegen Populismus begrüßt. „Wäre das das Ergebnis, wäre das ein gutes Zeichen gegen Populismus in Europa“, sagte der SPD-Politiker über die ersten Hochrechnungen am Sonntag in Athen, wo er sich mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Kotzias traf. Er freue sich, diese Nachricht in Griechenland, „an der Wiege der europäischen Demokratie“ zu erhalten.  Im Februar tritt Steinmeier als Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten an.

Das sagen die Rechtspopulisten in Europa zum Wahlausgang

Die Rechtspopulisten in Europa hatten darauf gesetzt, dass der Norbert Hofer von der ausländer- und europakritischen FPÖ die Wahl für sich entscheidet. Dementsprechend unzufrieden sind sie mit dem Wahlergebnis.

Marine Le Pen von der französischen Front National meinte, die FPÖ habe sich mutig geschlagen. Statt auf die Niederlage weiter einzugehen, twitterte sie: „Die nächsten Parlamentswahlen werden solche ihres Sieges sein“.

Ins gleiche Horn bließ Geert Wilders, der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partij voor de Vrijheid (PVV) aus den Niederlanden. Er twitterte auf Holländisch, Englisch und Deutsch.

 

Dass mit dem Kandidaten einer europakritischen Partei ein besseres Europa möglich sei, twitterte AfD-Chefin Frauke Petry etwas missverständlich vor der Wahl. Mit einer Reaktion zur Wahlniederlage Hofers ließ sie am Abend auf sich warten.

 

Viele andere Nutzer in den sozialen Netzwerken freuten sich darüber, dass der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer die Wahl verloren hatte:

Allerdings gab es auch zahlreiche Stimmen, die sich über den Wahlausgang beschwerten:

 

Es gab auch eine Reihe von satirischen Kommentaren:

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