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Umwelt : Putin kritisiert Greenpeace-Protest in der Arktis scharf

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Piraterie-Vorwürfe gegen 30 festgenommene Greenpeace-Aktivisten abgeschwächt, deren Protest in der Arktis aber scharf kritisiert.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 12:37 Uhr

«Formell gesehen haben sie versucht, die Ölplattform zu besetzen», sagte der Kremlchef am Mittwoch. Das sei ein Verstoß gegen internationales Recht. Greenpeace-Chef Kumi Naidoo wies die Anschuldigungen zurück. Die Umweltschützer hätten nur auf die Gefahr von Ölbohrungen in der ökologisch sensiblen Arktis und die Folgen des Klimawandels hinweisen wollen, sagte er einer Mitteilung zufolge.

Die russische Justiz ermittelt nach dem Protest im Nordpolarmeer wegen bandenmäßiger Piraterie. Dafür sieht das Gesetz bis zu 15 Jahre Haft vor. «Ich weiß nicht genau, was dort passiert ist, aber es ist klar, dass sie keine Piraten sind», sagte Putin jetzt auf einer Arktis-Konferenz in der nordwestsibirischen Stadt Salechard. Dort sprach er sich zugleich für eine umweltfreundliche Ausbeutung der Bodenschätze in der rohstoffreichen Region aus.

«Dies ist umso wichtiger im Fall der Arktis mit ihrem anfälligen, verletzlichen Ökosystem und ihrem empfindlichen Klima, das weitestgehend die Gesundheit unseres Planeten beeinflusst», sagte Putin. Mit dem Forum «Arktis - Territorium des Dialogs» will Moskau nach Ansicht von Kommentatoren vor allem seinen Führungsanspruch in der strategisch wichtigen und rohstoffreichen Region stärken. Russland sieht einen großen Teil des Meeresbodens in der Arktis als natürliche Verlängerung seines Festlandes an und folgert daraus ein Recht zum Abbau der dort lagernden gewaltigen Bodenschätze.

Die Behörden nahmen die Crew des Greenpeace-Schiffs «Arctic Sunrise» in der nordrussischen Stadt Murmansk formell für 48 Stunden fest. Putin forderte die Organisation auf, ihre Forderungen auf internationalen Konferenzen vorzubringen und nicht mit der «Erstürmung von Plattformen und Schiffen». Greenpeace zufolge stammen die Festgenommenen aus 18 Ländern, etwa aus den USA und Frankreich.

Organisator der zweitägigen Arktis-Konferenz in Salechard rund 200 Kilometer nordöstlich von Moskau war die staatstreue Russische Geografische Gesellschaft. Erklärtes Ziel der dritten Veranstaltung dieser Art seit 2010 war das «Lösen der Probleme in der Arktis». Gastgeber Russland versteht darunter auch, seine Ansprüche auf Bodenschätze in der Polarregion geltend zu machen.

Zwar saßen bei der Konferenz, die am Mittwoch zu Ende ging, Wirtschaftskapitäne neben Umweltschützern und Forscher neben Politikern. Ranghohe Vertreter anderer Arktis-Anrainer fehlten aber. Sie kritisieren, dass das Forum in dieser Form kaum Raum lasse für einen echten Dialog. Sie vermissen auch eine Abschlusserklärung.

Greenpeace-Twitter zur «Arctic Sunrise»

Greenpeace-Video von den Festgenommenen

Video des russischen Grenzschutzes zu Protestaktion

Amnesty-Mitteilung, Deutsch

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