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Volksabstimmung : Puerto Rico will 51. US-Staat werden

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Eine Mehrheit von 97,2 Prozent stimmte für die Umwandlung der Karibikinsel in einen US-Staat. Das letzte Wort hat der Kongress.

Die Bürger von Puerto Rico haben sich in einer Volksabstimmung mit einer überwältigenden Mehrheit dafür ausgesprochen, dass ihre Karibikinsel der 51. US-Staat werden soll.

Die Puertoricaner sind US-Bürger, aber sie dürfen nicht an der Präsidentenwahl teilnehmen, und ihre Delegierten im US-Kongress haben kein Stimmrecht. Kritiker sprechen von einem kolonialen System, das die regierende Neue Progressive Partei (PNP) nun ändern will. Es geht auch um Geld: Puerto Rico ist praktisch pleite. Als US-Bundesstaat könnte sich die Insel nach US-Insolvenzrecht für zahlungsunfähig erklären, wie es etwa die Stadt Detroit getan hat.

Allerdings ist das Referendum vom Sonntag nicht bindend, denn diese Entscheidung kann nur der Kongress in Washington treffen. Bislang ist die frühere spanische Kolonie lediglich assoziierter Freistaat der USA. „Heute haben wir, die Puertoricaner eine starke und deutliche Botschaft an den US-Kongress und an die Welt geschickt, und beanspruchen unser gleiches Recht als US-Bürger“, zitierte der Sender CNN aus einer Mitteilung von Gouverneur Ricardo Rosselló.

Die Wahlbeteiligung lag auch wegen eines Boykottaufrufs der Opposition bei knapp 23 Prozent der 2,3 Millionen Wahlberechtigten. Nach Auszählung von 99 Prozent der abgegebenen Stimmen stimmten 97,2 Prozent für die Umwandlung in einen US-Staat. Den Wählern stand auch die Unabhängigkeit als weitere Option offen, doch gab es dafür lediglich 1,5 Prozent der Stimmen. Für die Beibehaltung des Status als assoziierter Freistaat votierten 1,32 Prozent der Stimmberechtigten.

Es ist schon das fünfte Plebiszit über die Zukunft der östlich der Dominikanischen Republik gelegenen spanischsprachigen Insel mit rund 3,4 Millionen Einwohnern. Bisher hatte der Status quo dreimal gesiegt, beim Plebiszit vor fünf Jahren hatte sich eine knappe Mehrheit für eine Zukunft als US-Staat ausgesprochen. Doch blieb die Entscheidung des US-Kongresses aus.

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erstellt am 12.Jun.2017 | 08:17 Uhr

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