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Nordkoreas Staatschef : Prozessbeginn: Giftmord am Halbbruder von Kim Jong Un

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Die Angeklagten Frauen plädieren auf unschuldig. Wenn sie verurteilt werden, droht ihnen die Todesstrafe.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 08:47 Uhr

Kuala Lumpur | Im südostasiatischen Malaysia hat am Montag der Prozess wegen des Giftmords am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un begonnen. Vor Gericht müssen sich zwei Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, den älteren Halbbruder Kim Jong Nam im Februar auf dem Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX getötet zu haben. Beide Frauen plädierten auf nicht schuldig. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

Der 45-jährige Kim Jong Nam wurde einst als Nachfolger Kim Jong Ils gehandelt. Noch zu Lebzeiten des Vaters fiel er jedoch in Ungnade. Nach dessen Tod im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder Kim Jong Un an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong Nam lebte seither die meiste Zeit im Ausland.

Vermutet wird, dass die Führung des kommunistischen Einparteienstaates hinter dem Anschlag steckt. Pjöngjang weist alle Vorwürfe zurück. Kim Jong Nam war der ältere Sohn des früheren Machthabers Kim Jong Il. Der 45-Jährige äußerte er sich mehrfach kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Sie waren ungleiche Halbbrüder: Kim Jong Un (l) und der verstorbene Kim Jong Nam (r).

Sie waren ungleiche Halbbrüder: Kim Jong Un (l) und der verstorbene Kim Jong Nam (r).

Foto: dpa
 

Die beiden Frauen aus Vietnam und Indonesien - Doan Thi Huong (25) und Siti Aishah (29) - gaben an, von Fremden angeheuert worden zu sein. Angeblich hielten sie alles nur für einen Scherz - Fernsehaufnahmen für eine Art „Versteckte Kamera“. Die beiden Frauen wurden mit schusssicheren Westen ins Gerichtsgebäude geführt.

Von den mutmaßlichen Hintermännern der Tat ist niemand in Haft. Die Staatsanwaltschaft sprach zu Beginn des Prozesses von vier weiteren Verdächtigen, ohne jedoch Namen oder Nationalität zu nennen. Der Prozess wird vermutlich mindestens zwei Monate dauern. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, zwischen 30 und 40 Zeugen zu laden. Die Tat wurde zudem im Flughafen von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea im Frühjahr schwer belastet. Mittlerweile hat sich die Lage wieder beruhigt. Allerdings empfahl Malaysia vergangene Woche seinen Bürgern, keinesfalls nach Nordkorea zu reisen.

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