Protestforscher: Anti-Islam-Bewegung hat beste Zeit hinter sich

shz.de von
19. Januar 2015, 15:15 Uhr

Die islamkritische Pegida-Bewegung in Dresden hat nach Einschätzung des Protestforschers Dieter Rucht ihren Zenit erreicht und wird in absehbarer Zeit wieder verschwinden. Weiter sagte der Fachmann vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, es handle sich um eine „schnell aufsteigende und ich vermute auch schnell wieder sinkende Bewegung“. Rucht stellte Ergebnisse einer Untersuchung von Wissenschaftlern aus Berlin, Chemnitz und Bochum vor, die nach ihren Angaben jedoch nicht repräsentativ ist. Rucht wies darauf hin, nur 123 Teilnehmer der Pegida-Demonstration vom 12. Januar hätten an der Internet-Umfrage teilgenommen. Gleichwohl gingen Rucht und andere Experten davon aus, dass sich eher Menschen mit gemäßigteren Einstellungen und weniger die ebenfalls vertretenen Rechtsextremisten an den Demos beteiligen. Es lasse sich feststellen, dass Pegida männerdominiert sei, meist aus Angestellten mit guter Bildung bestehe, kein Vertrauen in staatliche Institutionen habe, der AfD zugeneigt sei und teilweise rechtspopulistischen bis zu rechtsextremen Thesen anhänge. 

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