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Nach tödlicher Feuerkatastrophe in Club : Proteste gegen Regierung: Rumäniens Ministerpräsident Pontas tritt zurück

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Die Trauer und der Schock um die Toten einer Feuerkatastrophe mit 32 Toten brachte Zehntausende Rumänen auf die Straße, um gegen Korruption zu demonstrieren. Ministerpräsident Ponta zieht die Konsequenzen.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 11:29 Uhr

Bukarest | Rumäniens Ministerpräsident Victor Ponta hat am Mittwoch überraschend im rumänischen Fernsehen seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete dies mit den massiven Protesten gegen die Regierung vom Vorabend, die es aus Anlass einer tödlichen Brandkatastrophe in einem Club gegeben hatte. Am Dienstagabend hatten etwa 30.000 Rumänen den Rücktritt Pontas gefordert. Demonstranten trugen dabei rumänische Flaggen mit einem Loch anstelle des Wappens, einem der wichtigsten Revolutionssymbole von 1989 gegen das sozialistische Regime.

Ministerpräsident Ponta steht wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Das Parlament hatte sich geweigert, ihm die Immunität als Abgeordneter zu entziehen. Dies hatte seine mögliche Verhaftung verhindert. „Die Verärgerung ist legitim“, sagte Ponta. „Es wäre ein großer Fehler, dies zu ignorieren.“ Der 43 Jahre alte Sozialdemokrat Ponta ist seit langem politisch angeschlagen.

Auslöser für die Massenproteste war ein Brand in einem Nachtclub mit 32 Todesopfern am Freitagabend – viele Rumänen machen die weit verbreitete Korruption im Land dafür verantwortlich. Ursache für das Feuer war wahrscheinlich die Pyroshow der Bukarester Metalcore-Band „Goodbye to Gravity“.

Offenbar hatte das Lokal keine Genehmigung dafür. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Organisatoren des Konzertes und die Klubbetreiber wegen vorsätzlicher Tötung. Zudem solle geprüft werden, ob ein Notfall- und Evakuierungsplan vorlag.

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