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Linkspartei Podemos : Programm als Ikea-Katalog: So kreativ ist Wahlkampf in Spanien

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Bildung statt Billy-Regal: Damit mehr Menschen ihr Wahlprogramm lesen, hat eine spanische Partei dies als Ikea-Katalog verpackt.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2016 | 13:56 Uhr

Madrid | Seitenlange Ausführungen ohne irgendwelche Auflockerungen oder gar Bildern – so sehen die Standardwahlprogramme der meisten Parteien aus. Doch wer liest diese schwere Kost eigentlich wirklich von vorne bis hinten durch? Die spanische Partei „Podemos“ möchte einer breiteren Masse einen attraktiveren Zugang zu ihrem Wahlprogramm ermöglichen. Sie veröffentlichen ihr Programm im Ikea-Katalog-Style.

 
Die Wahlbeteiligung sinkt in Schleswig-Holstein immer weiter. Kreative Wege, Wähler zu erreichen, könnten eine Lösung sein.

„Podemos“ heißt auf Deutsch „Wir können“ und die spanische Linkspartei kann besonders kreativ sein. Das 192 seitenlange Wahlprogramm ist ganz im Ikea-Katalog-Style aufgezogen: Statt Billy-Regal, Klippan-Sofa oder Pax-Schrank befinden sich auf den Bildern Kandidaten der Links-Partei in wohnlicher Umgebung. Politische Themen wie Finanzen, Bildung, Steigerungen der Rente und erneuerbare Energien sind als Produktbeschreibungen getarnt. Kurze Fakten werden extra auf den Bildern hervorgehoben.

Vía @ahorapodemos programa electoral #PODEMOS #PodemosUnidad #26J

Ein von Podemos Unidad (@podemosunidad) gepostetes Foto am

 

Zusätzlich ist das Wahlprogramm in zwei Teile untergliedert: Im vorderen Teil hält sich der Programm-Katalog eng an den Ikea-Style. Plakative Bilder, kurze Sätze und Hervorhebungen von Zahlen und Fakten machen die Texte besonders leserfreundlich. Im zweiten Teil des Programms wird es dann traditioneller: Hier werden die Themen ausführlicher vorgestellt. Das Programm kann für 1,80 Euro zuzüglich Versandkosten bestellt werden.

Parlamentswahlen in Spanien: Was bisher geschah

Nach der Parlamentswahl vom 20. Dezember hatte keine der vier meistgewählten Parteien eine regierungsfähige Koalition bilden können. Die Frist zur Wahl einer Regierung lief am 2. Mai 2016 ab. Es handelt sich um die ersten vorgezogenen Wahlen in der Geschichte Spaniens.

Im Dezember hatte die konservative Volkspartei (PP) des seitdem geschäftsführenden Ministerpräsident Mariano Rajoy mit 28,7 Prozent zwar die meisten Stimmen gewonnen, die absolute Mehrheit aber verloren. Rajoy fand danach keinen Bündnispartner. Auch der Chef der Sozialisten (PSOE), Pedro Sanchez, scheiterte mit dem Versuch einer Koalitionsbildung. Mit den liberalen Ciudadanos (Bürger) konnte er zwar einen Regierungspakt schließen, die nötige Unterstützung der linken Protestpartei Podemos bekam er aber nicht.

König Felipe VI. hat eine vorzeitige Wahl des Parlaments für den 26. Juni angesetzt. Das neue Parlament soll sich Ende Juli konstituieren. Bis zur Wahl eines neuen Regierungschefs bleibt der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy geschäftsführend im Amt.

In den sozialen Netzwerken sind viele Nutzer begeistert von der Kreativität der spanischen Partei und kommentieren das Wahlprogramm im Ikea-Style.

In knapp zwei Wochen stehen in Spanien die Parlamentswahlen an. Das neue Bündnis von Podemos und der Vereinten Linken wird Umfragen zufolge immer beliebter.

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