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Terror in Indonesien : Polizeichef: Anschlag in Jakarta hat IS-Hintergrund

vom
Aus der Onlineredaktion

Mindestens sieben Menschen sterben bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum. Unter den Verletzten soll ein Deutscher sein.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 13:46 Uhr

Jakarta | Der Anschlag am Donnerstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta geht nach Angaben der Polizei auf das Konto von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS“, sagte der Polizeichef der Millionenmetropole, Tito Karnavian, am Donnerstag. „Der IS hat Zellen in Südostasien, auch in Indonesien.“ Fünf Attentäter griffen am Morgen im Zentrum ein Café und andere Ziele nahe einem Einkaufszentrum an. Zwei Menschen kamen ums Leben. Zwei Täter sprengten sich nach Polizeiangaben in die Luft, die anderen drei wurden bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.

Muslimische Extremisten haben nach der Jahrhundertwende schon mehrere blutige Anschläge in Indonesien verübt. 2002 kamen auf der Ferieninsel Bali bei Sprengstoffanschlägen 202 Menschen um, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.

Das Auswärtige Amt teilte mit, dass ein Deutscher bei dem Anschlag verletzt wurde. Auch ein UN-Mitarbeiter, der aus den Niederlanden stammt, soll unter den Verletzten sein.

Angreifer sollen unter anderem eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Schwer bewaffnete Polizisten und Anti-Terroreinheiten waren im Einsatz, wie in Live-Sendungen des Fernsehens zu sehen war. Nach unbestätigten Berichten sollen Bewaffnete in das Einkaufszentrum Sarinah geflüchtet sein. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Massive Gebäudeschäden waren auf den Fernsehbildern nicht zu sehen.

Es sei nach den Explosionen zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen, sagte Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. „Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse. Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte. Sie sahen aus wie Ausländer.“ Jeremy Douglas, der Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) war nach eigenen Worten im UN-Büro gegenüber des Einkaufszentrums, als sich die Explosionen ereigneten.

„Wir sitzen hier im zehnten Stock fest“, berichtete er dem Fernsehsender BBC. „Wir sehen auf der Straße jede Menge Sondereinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt.“ Ein Sprengsatz soll nach Medienberichten in einem kleinen Polizeiposten auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen mehrspurigen Straße vor dem Gebäude explodiert sein. Das Gebäude war im Fernsehen zu sehen. Die Wände waren nicht eingestürzt. Eine weitere Detonation soll direkt vor oder in einem Café passiert sein.

Das Sarinah liegt mitten im Herzen der Millionenmetropole und ist wegen seiner großen Souvenir-Abteilung bekannt. In der Umgebung sind zahlreiche internationale Hotels und Bürogebäude. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter entfernt. Jakarta ist im Gegensatz zu anderen Metropolen in Südostasien als Touristendestination nicht sehr populär.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime.

 

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