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Sechs Verletzte in Paris : Polizei nimmt mutmaßlichen Täter der Fahrzeug-Attacke fest

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Bei dem Vorfall verletzten sich vier Soldaten schwer. Die Staatsanwaltschaft geht einem Terrorverdacht.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 15:54 Uhr

Paris | Nach mehrstündiger Fahndung nahm die Polizei einen Mann fest, der vermutlich für die Fahrzeug-Attacke gegen mehrere Soldaten veranwortlich ist. Der Verdächtige wurde auf der Autobahn 16 aufgegriffen, die von Paris nach Nordfrankreich und Belgien führt. Der Fahrer sei dabei verletzt worden, meldete der Sender Franceinfo. Die Polizei habe das Auto kurz vor Calais im Norden des Landes gestoppt. Zunächst war nicht abschließend geklärt, ob es sich um den Angreifer handelt

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<p>Polizisten und Rettungskräfte am Tatort in Levallois-Perret. </p>

Polizisten und Rettungskräfte am Tatort in Levallois-Perret.

Foto: dpa

Französische Ermittler gegen bei der Tat einem Terrorverdacht nach. Das Fahrzeug raste am Mittwochmorgen im Vorort Levallois-Perret in die Gruppe und verletzte dabei sechs Militärs. Drei von ihnen erlitten schwerere Verletzungen, wie Verteidigungsministerin Florence Parly mitteilte. Sie seien aber nicht in Lebensgefahr.

<p>Der Google Earth-Screenshot zeigt den Pariser Vorort Levallois-Perret bei Paris, in dem ein Auto in eine Gruppe Soldaten gefahren ist. </p>

Der Google Earth-Screenshot zeigt den Pariser Vorort Levallois-Perret bei Paris, in dem ein Auto in eine Gruppe Soldaten gefahren ist.

Foto: dpa

Dieser Angriff war nach Angaben des französischen Innenministers Gérard Collomb kein Unfall. „Wir wissen, dass das eine absichtliche Tat war“, sagte er am Mittwoch nach einem Besuch bei betroffenen Soldaten im Krankenhaus. Das Auto sei zunächst langsam gefahren und habe dann etwa fünf Meter von den Soldaten entfernt beschleunigt, um sie anzufahren, sagte Collomb weiter.

Der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, geht ebenfalls von einem „vorsätzlichen Akt“ aus. Das Fahrzeug habe sich zuvor auf der Straße positioniert, sagte der Konservative dem Sender BFMTV: Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast. „Das ist eine abscheuliche Aggression.“ Balkany vermutete, dass Levallois-Perret bewusst für die Attacke ausgewählt wurde, weil dort der Inlandsgeheimdienst DGSI seinen Sitz hat. „Ich weiß aus Erfahrung, dass die Terroristen ihre Ziele nicht zufällig wählen“, sagte der Politiker am Tatort der Deutschen Presse-Agentur. Beamte der DGSI spielen eine wichtige Rolle bei Anti-Terror-Ermittlungen.

<p>Patrick Balkany.</p>

Patrick Balkany.

Foto: imago/PanoramiC
 

Verteidigungsministerin Parly sprach in ihrer Mitteilung von einer „feigen Tat“. Die laufende Untersuchung müsse die Absichten des Täters klären. Zu dessen Identität ist bislang öffentlich nichts bekannt.

Die für Terror-Fälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft zog den Fall an sich. Sie leitete eine Untersuchung wegen versuchten Mordes an Amtspersonen in Verbindung mit einem Terrorvorhaben ein. Die Soldaten gehörten zum Anti-Terror-Einsatz Sentinelle (Wache), der Militärpatrouillen in vielen französischen Städten umfasst.

Die Operation Sentinelle begann nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. Dafür sind 7000 bis 10.000 Soldaten in Frankreich im Einsatz. Insgesamt wurden seit Anfang 2015 fast 240 Menschen in Frankreich durch islamistischen Anschlägen ermordet.

Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen:

  • Im April wurde ein Polizist auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées erschossen.
  • Anfang des Jahres ging ein Mann mit Macheten auf eine Militärpatrouille im Louvre-Museum los, er wurde überwältigt.
  • Im März erschossen Soldaten einen Angreifer im Pariser Flughafen Orly, der einer Soldatin ihre Waffe entreißen wollte.
  • Am vergangenen Wochenende wurde am Eiffelturm ein Mann mit einem Messer festgenommen, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.
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