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Terroranschlag : Polizei bestätigt: Manchester-Attentäter ist in Düsseldorf umgestiegen

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Immer mehr Details werden über den Attentäter Salman Abedi bekannt. Sein Weg führte ihn durch Deutschland.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2017 | 13:55 Uhr

Berlin/Düsseldorf | Der Manchester-Attentäter Salman Abedi ist nach Erkenntnissen der Polizei über den Flughafen Düsseldorf nach Großbritannien geflogen. Allerdings sei er hier nur umgestiegen und habe sich dafür kurzzeitig im Transit- beziehungsweise Sicherheitsbereich aufgehalten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bisher hätten die Ermittlungen der NRW-Sicherheitsbehörden zu keinen weiteren Erkenntnissen für Kontakte des Mannes nach NRW geführt.

Nähere Angaben wollte ein Sprecher nicht machen. Die Polizei in Düsseldorf und die NRW-Sicherheitsbehörden unterstützten die Ermittlungen der britischen Behörden zum Anschlag in Manchester, hieß es.

Wer war Salman Abedi, der Attentäter von Manchester?

Je mehr Details zu dem Briten mit libyschen Wurzeln und seinen mutmaßlichen Helfern ans Tageslicht kommen, umso deutlich wird: Der 22-Jährige war wohl nur ein Rad in einem größeren Terror-Getriebe. „Es ist klar, dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen“, sagt der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins.

Mindestens 22 Menschen hat Abedi am Montagabend vor einer Konzerthalle in der nordenglischen Stadt mit in den Tod gerissen.

Der Attentäter war ein stiller Zeitgenosse, der unauffällig und zurückgezogen lebte. Ruhig, respektvoll, freundlich. So lauten Beschreibungen von Menschen, die ihn von früher kannten. Mit wem hat er zusammengelebt? Womit hat er überhaupt sein Geld verdient? Wer waren seine Freunde? Es gibt Fragen über Fragen.

Auf Spurensuche

  • Abedi kam 1994 in Großbritannien auf die Welt und wuchs in Manchester auf.
  • Als Jugendlicher besuchte er von 2009 bis 2011 das Burnage Media Arts College, wie die Schulleitung bestätigt. Die Schule liegt im Stadtteil Fallowfield südlich des Stadtzentrums.
  • Von 2014 bis 2016 studierte Abedi Betriebswirtschaft an der Universität Salford. Er habe sein Studium abgebrochen, hätte eigentlich dieses Jahr seinen Abschluss machen sollen, heißt es dort.
  • Wie war Abedi als Mensch? Dazu wolle man nichts sagen, sondern die Entwicklung abwarten, sagt ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
  • Abedis Eltern waren Berichten zufolge vor dem Gaddafi-Regime aus Libyen geflohen und kamen so in das Vereinigte Königreich. Vor einiger Zeit sollen sie in ihre nordafrikanische Heimat zurückgezogen sein. Dort hat die Polizei den jüngeren Bruder Abedis festgenommen, auch der Vater wurde zwischenzeitlich festgesetzt. Der zweite Bruder soll unter den in Großbritannien festgehaltenen Verdächtigen sein. Abedi hat auch noch eine Schwester.
  • Der 22-Jährige war dem Geheimdienst bereits aufgefallen, wie Innenministerin Amber Rudd einräumte - ohne Details zu nennen. Ihr französischer Kollege Gérard Collomb plauderte dagegen mehr aus: Der Brite habe sich „plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert und (...) entschieden, diesen Anschlag zu begehen“, sagte der Minister dem Sender BFMTV.
  • Salman Abedis Vater und einer seiner Brüder, Ismail, hatten sich stark in der Gemeindearbeit der Didsbury-Moschee engagiert. Das Islamische Zentrum in Manchester distanzierte sich von dem Attentäter. „Diese feige Tat hat keinen Platz in unserer Religion oder irgendeiner anderen Religion“, sagt Fawzi Haffar vom Moscheeverein. Mit einer Mischung aus Wut und Entschlossenheit betont er: Die Didsbury Moschee stehe allen Menschen offen.
  • Einer der Imame erinnert sich an Salmans Reaktion auf einen Vortrag von 2015, in der Terrororganisationen kritisiert worden seien. Mit einem „hasserfüllten Gesicht“ habe ihn Salman damals angeschaut, zitierte die Zeitung „The Telegraph“ den Geistlichen.
 

Zuerst hatte focus-online.de über die Flugroute des Attentäters berichtet. Laut der Recherche soll Abedi bereits 2015 von Frankfurt am Main aus nach Großbritannien gereist. Offenbar sei er damals zuvor bei einer paramilitärischen Ausbildung in Syrien gewesen, habe Scotland Yard dem Bundeskriminalamt (BKA) mitgeteilt. Dem Bericht zufolge war Abedi namentlich nicht in internationalen Fahndungssystemen erfasst. Er habe auch auf keiner Beobachtungsliste gestanden, mit denen Reisebewegungen verdächtiger Islamisten erfasst werden. „Die Szene ist international eng verflochten“, sagte ein BKA-Experte dem „Focus“. „Wir müssen klären, ob Abedi in Syrien Leute kennengelernt hat, die er jetzt in NRW oder Hessen getroffen hat.“

Der Manchester-Attentäter war nach Aussage seines in Libyen festgenommenen Bruders Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Salman Abedis Bruder räumte nach einer Erklärung der libyschen Spezialkräfte zudem ein, mit den Einzelheiten des Anschlags vertraut gewesen zu sein. Der Mann war am Dienstag in Libyen festgenommen worden, wie die Spezialkräfte am Mittwochabend auf ihrer Facebook-Seite mitteilten. Er habe ausgesagt, während der Vorbereitungen in Großbritannien gewesen zu sein. Mitte April sei er ausgereist, danach aber mit seinem Bruder in ständigem Kontakt gewesen.

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