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Trump-Treffen mit Kreml-Anwältin : Plötzlich im Zentrum der Russland-Affäre: Wer ist Rob Goldstone?

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Musik-Publizist, Lebemann, Russenfreund - Rob Goldstone (57) vermittelte das Verschwörer-Treffen am 9. Juni im Trump-Tower. Jetzt steht der Exzentriker im Zentrum der Russland-Affäre. 

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 16:59 Uhr

Washington | Der 300-Pfund-Mann mit goldenem Lorbeer-Kranz auf dem Haupt lässt es sich in seinem „Gap-Jahr“ gut gehen. Zuletzt in Athen, wo er Station auf seiner privaten Mittelmeer-Kreuzfahrt machte. Auf Facebook postete er das Bild mit der Überschrift „The Emperor Muppettus Maximus“.

Die Affäre um mögliche Absprachen zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump hatte diese Woche neue Aufmerksamkeit erhalten, nachdem ein Treffen zwischen Trump Jr. und einer russischen Anwältin bekannt geworden war. Auch ein erstes Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten wurde beantragt – wenn auch ohne Aussicht auf Erfolg.

Der gebürtige Brite mit Wahlheimat in New York und Dauerpräsenz in Moskau und Baku liebt Gold und Glitter. Wie sein Freund Donald Trump, in dessen Wolkenkratzer er am 9. Juni eincheckte. „Vorbereitung auf ein Meeting“, vermerkte er auf seinem Facebook-Konto zu dem Eintrag. Dieser ist nun gelöscht. Auch der bis dahin omnipräsente Goldstone ging auf Tauchstation. 

Der Grund liegt auf der Hand. Seit Veröffentlichung seines Email-Schriftwechsels mit Donald Trump Junior ist der Chef der Unterhaltung-Agentur „Oui 2“ nicht mehr bloß ein exzentrischer Playboy mit lustigen Kopfbedeckungen und verrückten T-Shirts.

„Du bist ein mieser Verräter“, heißt es in einem der vielen Hass-Postings auf seiner Seite. Ein anderer kommentierte hämisch Goldstones schwärmerischen Eintrag über den Blick von der Akropolis. „Die Aussicht ist bestimmt besser, als die, die du vom Gefängnis haben wirst.“

Schluss mit lustig dürfte es für den schwergewichtigen PR-Manns und Musik-Publizisten (u.a. für Michael Jackson, B. B. King, Tony Bennett, Steinway & Sons und Best Buy) nun allemal sein. Denn seine Emails von Anfang Juni 2016 an Donald Jr. sind der „rauchende Colt“, der in der Russland-Affäre bisherfehlte

Goldstone, der gerade von einem Besuch in Moskau zurückgekehrt war, wandte sich am 3. Juni mit einem konspirativen Angebot an den ältesten Trump-Sohn. „Emin rief gerade an und bat mich, mit einer sehr interessanten Sache an Dich heranzutreten.“ Donald Jr. wusste sofort, um wen es ging: Den Sohn des „russischen Trump“, Aaras Agalarow, einem Milliardär, der „Miss Universe“ 2013 für 20 Millionen Dollar nach Moskau holte. 

Die Clans der Trumps und Agalarows sind befreundet und hatten am Rande des Moskau-Besuch Trumps den Bau eines Trump-Towers in der russischen Hauptstadt eingestilt. Ein Projekt das später wegen der Krim-Invasion verhängten Sanktionen scheiterte. Emin schnulzt nicht nur Russen-Pop, sondern hat auch politische Ambitionen. Wie sein Vater ist er bestens mit dem Kreml vernetzt.

Sein Publizist Goldstone bot sich als perfekter Mittelsmann für einen unsittlichen Antrag an. Emin habe ihm erzählt, sein Vater sei mit dem Generalstaatsanwalt von Russland zusammengetroffen, der Donald Trump belastendes Material über Clinton zukommen lassen könnte. „Wie sollen wir diese Informationen handhaben?“

Das Angebot mündete in dem konspirativen Treffen Trumps mit der von Goldstone als „russische Regierungs-Anwältin“ angekündigten Natalija Wesselnizkaja im Trump-Tower. 

Sonderermittler Robert Mueller dürfte nun viele Fragen an den in Manchester geborenen Lebemann haben, der Trump zu fallen bringen könnte. Dessen soziale Netzwerk-Aktivitäten verraten allein 19 Russland-Besuche seit Frühjahr 2013. Darunter einer 2014 zu einem Treffen mit Ivanka Trump und Emin in Moskau.

Neben dem Facebook-Check-In im Trump-Tower vom 9. Juni macht Goldstone ein Posting vom Tag nach den Wahlen zu schaffen. Es zeigt ihn in einem „RUSSIA“-T-Shirt. „Hedging bets“, stand darunter, was auf Deutsch soviel heißt wie „Auf Nummer sicher gehen“. Der Eintrag ist seit Mittwoch verschwunden - wie sein illustrer Verfasser.

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