Pendlers Abenteuer

shz.de von
23. September 2014, 12:15 Uhr

In manchen Büros beginnt der Arbeitstag mit einem Ritual. Der Radfahrer berichtet, wie ihn um Haaresbreite eine unachtsam geöffnete Autotür aus dem Sattel geworfen hatte, der Zugreisende gibt eine anschauliche Reportage vom Zustand der Toilette, und der Wagenlenker schildert die verzweifelte Suche nach einem Parkplatz. Es wäre eine verdienstvolle Aufgabe von Wissenschaftlern einmal zu ermitteln, welche negativen Auswirkungen diese Geschichten auf die Höhe des Bruttosozialprodukts haben. Stattdessen haben Kollegen von der englischen Universität in Norwich untersucht, welche Pendler zufrieden und welche total genervt am Arbeitsplatz erscheinen. Das Ergebnis bietet eine Überraschung. Nicht der vielleicht durchnässte und durchgefrorene Radfahrer oder der vom öffentlichen Nahverkehr misshandelte Pendler beginnt den Tag übel gelaunt, sondern der im eigenen Pkw Angereiste. Und die Bestnote bei der Zufriedenheit erreichen die Fußgänger. Je länger der Weg, desto größer die Fröhlichkeit bei der Ankunft am Arbeitsplatz, so jedenfalls behaupten die britischen Forscher. Glauben muss man ihnen nicht unbedingt.

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