Keine Demo in Dresden : Pegida: Viel mehr Gegner als Anhänger

Die größte Anti-Pegida-Demonstration gab es in München.
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Die größte Anti-Pegida-Demonstration gab es in München.

In Dresden durfte nicht demonstriert werden. In anderen deutschen Städten waren aber wieder viele Menschen unterwegs.

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19. Januar 2015, 21:20 Uhr

Berlin | Trotz des Demonstrationsverbots in Dresden wegen Terrordrohungen sind am Montagabend in etlichen deutschen Städten wieder Anhänger und Gegner der islamkritischen Pegida-Bewegung auf die Straße gegangen. Dabei gelang es den Pegida-Organisatoren nicht, viele Tausende Anhänger wie sonst in Dresden zu mobilisieren - die Zahl der Gegendemonstranten war meist weitaus größer.

In Dresden, dem Ausgangspunkt der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida), waren für Montag sämtliche Kundgebungen aus Sicherheitsgründen verboten worden. Grund war eine Morddrohung von Islamisten gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann. Einen Eilantrag eines Pegida-Gegners gegen das Verbot lehnte das Verwaltungsgericht Dresden am Abend ab. Schon nächsten Montag will Pegida aber wieder in der sächsischen Landeshauptstadt demonstrieren.

Die größte Anti-Pegida-Demonstration gab es in München. Dort beteiligten sich etwa 10.000 Menschen an einer Kundgebung für eine offene und tolerante Gesellschaft unter dem Motto „Tanz den Pegida - ein Arbeiterfasching“. Das waren allerdings nur noch etwa halb so viele wie vor einer Woche, dem ersten Montag nach den islamistischen Anschläge von Paris. Einzelne folgten dem Aufruf der Veranstalter und trugen Karnevalsperücken oder Kostüme - einer verkleidete sich komplett als Zebra und sagte: „Ich bin aus Afrika, und trotzdem haben mich alle lieb.“

In Braunschweig musste eine Pegida-Demonstration abgebrochen werden, bevor sie richtig angefangen hatte. „Zu gefährlich“, sagte ein Polizeisprecher. Nach Polizeiangaben waren rund 250 Anhänger der Bewegung Bragida („Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes“) in der Stadt, diese wurden von Gegendemonstranten förmlich eingekreist. Rund 5000 Menschen demonstrierten gegen die islamkritische Bewegung.

In Magdeburg sahen sich rund 600 Magida-Anhänger etwa 6000 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei verhinderte mit einem starken Aufgebot, dass die Gruppen direkt aufeinandertrafen. Viele der Magida-Anhänger schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen und skandierten „Wir sind das Volk“. Gegendemonstranten riefen „Nazis raus“ und „Haut ab“. Auf einem Plakat hieß es: „Wirr ist das Volk“.

In Leipzig demonstrierten etwa 5000 Menschen gegen den Pegida-Ableger Legida. In Berlin standen sich mehrere Hundert Bärgida-Anhänger und ungefähr ebenso viele Gegendemonstranten gegenüber.

In Würzburg nahmen laut Polizei etwa 1200 Bürger an einem Demonstrationsmarsch vom Hauptbahnhof zum Unteren Markt teil. In Nürnberg versammelten sich annähernd 1000 Menschen zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus. Weitere Kundgebungen gab es in Düsseldorf, Kassel, Osnabrück, Wiesbaden, Stralsund und Saarbrücken.

In Dresden war ein größeres Aufgebot der Polizei im Einsatz, um die Befolgung des Versammlungsverbots sicherzustellen.

Auch im Ausland waren die Menschen unterwegs: In den dänischen Städten Kopenhagen, Aarhus und Esbjerg gingen am Montagabend zum ersten Mal Anhänger der islamkritischen Bewegung Pegida auf die Straße. In Kopenhagen waren es nach Polizeiangaben rund 200 Demonstranten, in Aarhus kamen etwa 30. Sie trafen auf eine Überzahl an Gegendemonstranten. „Die Märsche waren friedlich und ruhig“, sagte ein Polizeisprecher. In der norwegischen Hauptstadt Oslo fand am Abend die zweite Pegida-Demo statt. Der norwegische Rundfunk meldete, die rund 70 Teilnehmer seien von Gegendemonstranten mit Schneebällen beworfen worden.

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