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Sachsen : Pegida lobt fremdenfeindliche Vorfälle in Clausnitz

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Tatjana Festerling bezeichnete das Auftreten des Mobs in dem Dorf als „Mut der Bürger“ - und Flüchtlinge als „skrupellose Invasoren“.

Dresden | Das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis hat die Anfeindungen gegen Flüchtlinge im mittelsächsischen Clausnitz ausdrücklich gelobt. Pegida-Wortführerin Tatjana Festerling bezeichnete bei einer Kundgebung am Montagabend in Dresden das Auftreten des Mobs in dem Dorf als „Mut der Bürger“. Von den Anhängern wurde dies mit „Clausnitz“-Rufen und Beifall quittiert. Festerling bezeichnete Flüchtlinge als „skrupellose Invasoren“ und warf ihnen vor, Kindertränen zu instrumentalisieren.

Die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland hat seit Beginn der Flüchtlingskrise massiv zugenommen. Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland 2015 um mehr als 30 Prozent zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13.846 einschlägige Delikte.

Am vergangenen Donnerstag hatte eine wütende Menge die Ankunft von Flüchtlingen in Clausnitz (Osterzgebirge) blockiert und mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ ihre Ablehnung gegen die deutsche Asylpolitik bekundet.

Festerling wollte darin nichts Schlimmes sehen. „Wer gerade angeblich schwerst traumatisiert aus Kriegszonen kommt, wird mit Menschen, die ,Wir sind das Volk rufen', locker fertig“, sagte sie unter dem Beifall der Anhänger. Nach Angaben der Forschungsgruppe durchgezählt waren 2500 bis 3000 Anhänger erschienen.

Die Bundesvorsitzende der rechtskonservativen AfD, Frauke Petry, hat derweil eingeräumt, dass an der fremdenfeindlichen Protestaktion in Clausnitz auch AfD-Mitglieder beteiligt waren. „Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind. Ich weise aber Gerüchte zurück, dass AfD-Mitglieder dies organisiert haben“, sagte Petry am Montagabend in einer Sendung des Fernsehsenders Phoenix.

„Wir glauben, dass Protest notwendig ist, aber nicht gegen Personen, die nach Deutschland einreisen, sondern gegen diejenigen, die diese Migrationspolitik zu verantworten haben“, bemerkte Petry, die auch AfD-Landes- und Fraktionschefin in Sachsen ist. Kaum ein Bürger verstehe noch die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

Das Land hat angekündigt, am Dienstag Stellung zu den Anfeindungen zu nehmen: Um 13 Uhr will sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zu den Vorfällen in seinem Bundesland äußern.

 

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erstellt am 23.Feb.2016 | 10:04 Uhr

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