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„Party-Löwen“ verpfiffen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Pfiff bedeutet: Achtung, Gefahr. Pfeift der Trainer, wissen seine Jungs, dass der Gegner sie im Griff hat und Gegenmaßnahmen nötig sind. Pfeift der einsame Wanderer im dunklen Wald, will er Angst und böse Geister vertreiben. Pfeift die Lokomotive, verlangt sie freie Fahrt. Der Whistleblower möchte auf Missstände hinweisen. Dafür gebührt ihm eigentlich Dank, doch den erhält er nur bedingt. Einerseits macht er sich Freunde, andererseits mächtige Feinde. „Petzer“ haben einen schlechten Ruf. Vor vielen Jahren hat eine mutige Tierärztin davon gewarnt, dass in einem Schlachthof unsauber gearbeitet wird. Die Frau hatte völlig recht, wurde aber entlassen, als habe sie eine Straftat begangen. In Bayern hat gerade ein Taxifahrer berichtet, dass er in den frühen Morgenstunden mehrere angesäuselte Spieler von 1860 München, den „Löwen“, transportiert hat. Der Mann gilt nun als Verräter. Edward Snowden, der berühmteste aller „Verpfeifer“, wird mit Lob überschüttet, soll jedoch gleichzeitig wie ein Raubmörder bestraft werden. Es wird höchste Zeit, dass Pfeifen nicht nur Enthüllung und Gefahr ankündigt, sondern auch Fröhlichkeit verraten darf.

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erstellt am 13.Aug.2014 | 11:58 Uhr

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