Ex-Präsidentin von Südkorea : Park Geun Hye wegen Korruptionsverdacht in Haft

Die frühere Präsidentin von Südkorea, Park Geun Hye, wird in Seoul mit einem Auto von einem Bezirksgericht in Haft gefahren.
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Die frühere Präsidentin von Südkorea, Park Geun Hye, wird in Seoul mit einem Auto von einem Bezirksgericht in Haft gefahren.

Knapp neun Stunden steht die 65-Jährige vor dem Ermittlungsrichter. Danach erlässt das Gericht einen Haftbefehl. Ihr droht ein Strafprozess.

shz.de von
31. März 2017, 10:47 Uhr

Seoul | Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye ist wegen Korruptionsverdachts und anderer Vorwürfe verhaftet worden. Das Bezirksgericht in Seoul erließ in der Nacht zum Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen die entmachtete Tochter des früheren Diktators Park Chung Hee. Es bestehe die Gefahr, dass Beweismittel vernichtet würden, hieß es zur Begründung. Das Verfassungsgericht hatte die konservative Politikerin vor drei Wochen wegen ihrer Verwicklung in einen Korruptionsskandal um eine Vertraute ihrer Amtspflichten enthoben. 

Der Skandal um die Präsidentin und ihre Freundin wühlte das Land monatelang auf. Im Dezember hatte das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park eingeleitet, am 10. März wurde sie endgültig aus dem Amt entfernt.

Park wurde nach der Entscheidung des Ermittlungsrichters in eine Haftanstalt in der Nähe der Hauptstadt gebracht. Ihr droht nun ein Strafprozess. Die Staatsanwaltschaft hat bis zu 20 Tage Zeit, Anklage gegen Park zu erheben, um sie in Untersuchungshaft zu behalten. Sollte Park vor Gericht gestellt werden, droht ihr nach Berichten südkoreanischer Medien bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahren. 

Die Ermittler werfen Park vor, ihre Stellung als Präsidentin und ihre Macht im Interesse ihrer langjährigen Freundin Choi Soon Sil missbraucht und geheime Dokumente weitergegeben zu haben. Auch steht Park im Verdacht, an der Erstellung einer schwarzen Liste von mehr als 9000 Kulturschaffenden und Künstlern beteiligt gewesen zu sein, die ihr gegenüber kritisch waren.

Aus Sicht der Verfassungsrichter hatte Park es zugelassen, dass sich ihre Freundin in die Regierungsgeschäfte eingemischt habe. Choi hat nie ein öffentliches Amt inne gehabt. Choi soll dank ihrer Beziehung zu Park zahlreiche Unternehmen genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Park hatte die Vorwürfe stets bestritten. 

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