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Türkei-Reise : Papst Franziskus in Erdogans Palast

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Religionsfreiheit, Ökumene, die Lage im Nahen Osten: Die Themen bei der Türkei-Reise von Papst Franziskus sind vielfältig. Den Präsidenten trifft er in einem umstrittenen Neubau.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 09:56 Uhr

Rom | Papst Franziskus beginnt an diesem Freitag seinen mit Spannung erwarteten Besuch in der Türkei. Der Argentinier brach am Morgen zu seiner sechsten Auslandsreise als Pontifex auf und wird am Mittag in der türkischen Hauptstadt Ankara erwartet. Als Themen werden unter anderem die Situation der christlichen Minderheit in dem muslimisch geprägten Land, die Lage im Nahen Osten und der interreligiöse Dialog erwartet. Anlass der Reise ist die Feier des orthodoxen Andreasfests mit Patriarch Bartholomäus am Sonntag. „Ich lade euch alle ein, zu beten, damit dieser Besuch (...) Früchte des Friedens, des ehrlichen Dialogs unter den Religionen und der Eintracht in der türkischen Nation bringt“, hatte Jorge Mario Bergoglio vor seinem Abflug gesagt.

Begleitet wird die Reise von hohen Sicherheitsvorkehrungen, allein in Istanbul sind türkischen Medienberichten zufolge etwa 7000 Polizisten im Einsatz. Bei dem für Samstag geplanten Besuch der Hagia Sophia und der Blauen Moschee werden die Gebiete rund um die Sehenswürdigkeiten teils gesperrt.

Am ersten Tag seiner Reise stehen für Franziskus am Freitag Treffen mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu auf dem Programm. Nach seiner Ankunft besucht der 77-Jährige zunächst das Mausoleum von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk, bevor es zum umstrittenen neuen Präsidentenpalast Erdogans geht. Der Papst wird als erstes ausländisches Staatsoberhaupt in dem „Ak Saray“ („Weißer Palast“) genannten Anwesen empfangen. Danach trifft er Mehmet Görmez, den Chef der türkischen Religionsbehörde.

Im Verlauf seiner Reise wird das Oberhaupt der katholischen Kirche auch mit Vertretern der christlichen Minderheit zusammentreffen. Auch die Religionsfreiheit in der Türkei könnte dabei zur Sprache kommen. Nach Angaben von Papst-Sprecher Federico Lombardi wird zudem auch die angespannte Situation im Nahen Osten eine Rolle während des Besuchs spielen. Franziskus hat sich bereits mehrmals zum Umgang mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geäußert, zuletzt hatte er gefordert, einen Dialog nicht grundsätzlich auszuschließen.

Ein Treffen mit Flüchtlingen ist offiziell nicht geplant, nach Angaben von Lombardi könnten bei einigen Gelegenheiten allerdings durchaus Flüchtlinge anwesend sein. Die Lage der Christen im Nahen Osten liegt dem Papst besonders am Herzen, erst vor wenigen Tagen hatte er ihnen wieder Mut zugesprochen. Der Abschluss der Reise steht im Zeichen der Ökumene, wenn Franziskus mit dem Patriarchen Bartholomäus das Andreasfest feiert und eine Erklärung unterzeichnet.

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