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Politik

23. August 2017 | 18:24 Uhr

Ordens-Irrsinn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gute Taten müssen belohnt werden, sagte sich der „lupenreine Demokrat“ Putin und verlieh 300 Journalisten einen vaterländischen Verdienstorden. Die Medienleute hatten laut Kreml-Chef vorzüglich über die russische Eroberung der Krim berichtet. Da kommt purer Neid auf und die Frage: Warum sind derartige Gesten des Dankes hierzulande und in anderen Demokratien noch nicht eingeführt?

Doch im Ernst: Zwar werden auch in Berlin, München oder Kiel gute journalistische Taten im Sinne der gerade Herrschenden mal mit einem warmen Händedruck oder vertrautem Schulterklopfen belohnt, aber das geschieht eher verstohlen, möglichst unauffällig. Zwischen Journalisten und Regierenden muss stets eine Art „kalter Krieg“ bestehen. Ein Orden für wohlwollende Berichterstattung wäre für den Ausgezeichneten keine Belohnung, sondern berufsschädigend. Massenehrungen à la Putin erinnern an Kriegszeiten, als Kaiser, Zaren und andere Führer eiserne Kreuze und ähnliche Orden für Tapferkeit oder verlorene Gliedmaße austeilten. Edelfedern am Bande werden – glücklicherweise – von staatlicher Seite noch nicht vergeben.

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von
erstellt am 07.Mai.2014 | 11:59 Uhr

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