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Nach Krawallen vor Flüchtlingsheim : Oliver Pocher in Heidenau: „Wo ist die Packstation?“

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Der Moderator und Comedian ist mit einem Kollegen in Heidenau unterwegs. Er ist auf der Suche nach dem „Pack“.

Heidenau | Nach den Krawallen im ostsächsischen Heidenau ist der Ort zum Symbol für deutschen Fremdenhass geworden. Hier, in einem Ort, der sich selbst in der Vergangenheit als offen und tolerant dargestellt hat, soll es wohnen, das „Pack“. Hier wohnen Flüchtlinge im ehemaligen Praktiker-Baumarkt, hier flogen Steine auf überforderte Hundertschaften der Polizei. Oliver Pocher, Ulknudel der Nation, hat sich zusammen mit einem Kollegen mit dunkler Hautfarbe auf den Weg gemacht, um sich selbst ein Bild von Heidenau und den Einwohnern zu machen. In zwei Videos interviewt er Menschen und fragt, was sie über die Ausschreitungen und die Flüchtlinge denken. Für Pocher ist es selbstverständlich, vom Sofa aufzustehen und klar zustellen, dass gerade in Deutschland alle Menschen in Not willkommen sind.

Im ersten Teil sucht Pocher bei der Post nach der „Pack“-Station und wird auch im Hotel „Reichskrone“ nicht fündig. Sächselnde Stimmen geben Statements ab, die eher zum Kopfschütteln sind. Es sind trostlose Gestalten, die Pocher trifft. Drei Jungs sind „neutral“, hoffen aber, dass es bei den Krawallen mal knallt und es ordentlich auf die Fresse gibt. Einer hat keinen Schulabschluss. Alle haben keine Freundin. Am Ende lachen sie über sich selbst.

Eine Friseurin im dritten Lehrjahr beschwert sich über Flüchtlinge, die sie auf der Straße anmachen. Sie trägt Hotpants und Bikini-Oberteil. Ein Sicherheitsdienst-Mitarbeiter beschwert sich über Ausländer, die Steuergelder kosten und nicht arbeiten gehen. „Arbeiten geh'n!“ bringt er Pochers Mitarbeiter Nana erste Wörter bei. Ein älterer Mann fragt: „Wohin soll das führen, wenn alle hier her kommen?“

Das Video wurde bislang knapp 180.000 Mal angeklickt, der zweite Teil 130.000 Mal. Es ist natürlich ein Pocher-Video, denn markige Sprüche, Humor und Witz fehlen auch angesichts des ernsten Themas nicht. Trotzdem versteht es der Comedian, den Menschen auf den, wie es die Bild-Zeitung schreibt, „faulen Zahn“ zu fühlen. Denn obwohl man als Zuschauer das ein oder andere Mal schmunzeln muss wird deutlich, dass es in Heidenau eben nicht nur Toleranz gibt, sondern auch viel Ablehnung und vor allem Unwissenheit.

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erstellt am 31.Aug.2015 | 10:32 Uhr

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