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Nach dem Pegida-Ausstieg : Oertel gründet „Direkte Demokratie für Europa“

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Die abgetretene Pegida-Führung um Kathrin Oertel will die Politik aufmischen. Ein neuer Verein soll dafür die Plattform bieten. Konservativ soll er sein, von Meinungsfreiheit ist die Rede. Vieles ist ziemlich vage.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 16:37 Uhr

Dresden | Die sechs Pegida-Aussteiger um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel wollen sich mit einem neuen Verein rechts von der CDU positionieren, der islamkritischen Bewegung aber keine Konkurrenz machen. „Wir sind keine Gegenveranstaltung zur Pegida“, sagte Oertel bei der Vorstellung des Vereins „Direkte Demokratie für Europa“ am Montag in Dresden. Daher seien auch keine zeitgleichen Montagsdemonstrationen mit Pegida geplant. Stattdessen kündigte Oertel für kommenden Sonntag eine Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche mit bis zu 5000 Teilnehmern an.

Oertel war bis Ende Januar die Sprecherin der islamkritischen Pegida-Bewegung aus Dresden. Zusammen mit fünf weiteren Mitstreitern hatte sie den Verein verlassen. Auslöser waren die künftige Rolle von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der nach Bekanntwerden eines „Hitler-Selfies“ und menschenverachtender Beleidigungen gegen Ausländer vom Pegida-Vereinsvorsitz zurückgetreten war, im Organisationsteam und die Abgrenzung zur radikaleren Leipziger Legida.

Zu den Beweggründen, eine eigene Initiative ins Leben zu rufen, sagte Oertel: „Wir wollen, dass die Menschen in uns ein Sprachrohr finden“. Zu den politischen Zielsetzungen des neuen Vereins wollte sie sich konkret nicht äußern. Nur so viel: Es gehe um direkte Demokratie und Meinungsfreiheit. Auch Asyl und Einwanderung seien „auf jeden Fall“ weiter Themen. In Kürze wolle der Verein in Gründung auf einer Facebook-Seite ein Positionspapier veröffentlichen.

Er solle bürgernah und konservativ sein, ergänzte Oertel. „Aber ganz klar möchten wir uns rechts neben der CDU positionieren.“ Bei den Themen werde es auch Schnittmengen mit der AfD geben. Dennoch trete man bewusst als Verein und nicht als Partei an. Ob sie im neuen Verein den Vorsitz übernehmen wird, ließ Oertel offen.

Noch nicht entschieden sei, ob die Gruppe künftig immer sonntags zu Demonstrationen aufruft. „Wir planen jetzt erst einmal von Woche zu Woche“, sagte Oertel. Die selbst ernannten „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) demonstrieren seit Monaten regelmäßig montagabends in Dresden und mobilisierten bis zu 25.000 Teilnehmer. Auch für kommenden Montag ist eine Kundgebung angekündigt.

Fragen zu ihrem aktuellen Verhältnis zu Bachmann wich die 37-Jährige aus. Mit Bachmann verbinde sie eine jahrzehntelange Freundschaft. Sie ist gemeinsam mit Bachmann in Coswig aufgewachsen. „Die politische Ebene ist die eine Seite, die private Ebene die andere“, sagte Oertel. Private Fragen beantworte sie nicht.

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