zur Navigation springen
Politik

24. August 2017 | 07:27 Uhr

Oben ohne ist in

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In diesem Jahr voller Jubiläen werden im Fernsehen besonders viele historische Filme gezeigt. Dabei fällt auf, dass selbst junge Leute ziemlich alt aussehen. Es könnte daran liegen, dass Mann und Frau meistens eine Kopfbedeckung tragen. Die Jungen vorwiegend Mützen, die Erwachsenen Hüte.

Wie die Berliner Fashion-Week bestätigt hat, ist beides weitgehend aus der Mode gekommen. Eine Ausnahme bilden Künstler und solche, die sich dafür halten. Udo Lindenberg würde man ohne Hut gar nicht erkennen, die frisch gewählte deutsche Welttorhüterin Nadine Angerer erst recht nicht. Heute kann jeder entscheiden, ob er sich etwas auf den Kopf setzt oder nicht. Das war nicht immer so. Im England der Shakespeare-Zeit war der Kopfschmuck gesetzlich geregelt und sollte die sozialen Unterschiede klarstellen. Angehörige unterer Gesellschaftsschichten durften nicht barhäuptig in die Öffentlichkeit treten, sondern mussten eine Mütze tragen. Damit wurde gleichzeitig die Wollindustrie gefördert. Nur Adligen stand ein Hut zu. Mit Gold- und Silberfäden, manchmal sogar mit Edelsteinen verziert. Ein Prinz wie Hamlet, der ganz oben ohne auftrat, zeigte dem Publikum: Achtung, ich bin verrückt und damit gefährlich.

Zumindest den Herren der Schöpfung – egal ob aus Politik oder Wirtschaft – scheint heutzutage ein Hut das Schlimmste zu sein, was man seinem Äußeren antun kann. Und ehrlich: Ein Vizekanzler Gabriel mit Hut, nein, das geht wirklich gar nicht.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jan.2014 | 14:13 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert