Ukraine-Krise : Obama kündigt Aufstockung der US-Truppen an

Für mehr Sicherheit im Osten: Präsident Obama kündigt eine Aufstockung der US-Amerikanischen Truppen in Osteuropa an. Damit kommt er einer Forderung der östlichen Nato-Staaten nach.

shz.de von
03. Juni 2014, 14:25 Uhr

Warschau | Angesichts der eskalierten Ukraine-Krise wollen die USA ihre Truppen in Osteuropa aufstocken. Dies kündigte US-Präsident Barack Obama am Dienstag in Polen zum Auftakt seiner mehrtägigen Europareise an.

Dafür erbitte er vom US-Kongress eine Milliarde Dollar (735 Millionen Euro) zusätzlicher Haushaltsmittel. „Das wird ein starkes Signal des Engagements für die Sicherheit der Bündnispartner sein“, sagte Obama nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski in Warschau.

Östliche Nato-Staaten wie Polen, Litauen, Lettland und Estland fordern die Stationierung von Kampftruppen anderer Nato-Mitglieder. Damit wollen sie Russland von einer ähnlichen Militäraktion wie vor der Annexion der Krim und an der Ostgrenze der Ukraine abschrecken.

Zudem pochte Obama auf höhere Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner. Viele europäische Regierungen hätten ihre Wehretats über die Jahre zurückgefahren, kritisierte er. „Das muss sich ändern.“ Jeder der 28 Nato-Mitgliedstaaten müsse in puncto Verteidigung seinen „fairen Anteil“ leisten.

In der Ostukraine sind unterdessen bei neuen Gefechten mit prorussischen Separatisten nach Regierungsangaben mindestens acht Soldaten verletzt worden. Die Männer hätten Schusswunden erlitten, als Aufständische in der Großstadt Lugansk die Zentrale des Grenzschutzes attackierten, sagte ein Armeesprecher am Dienstag. Zudem seien bei Kämpfen nahe der Separatisten-Hochburg Slawjansk ein Soldat getötet und 13 Sicherheitskräfte verletzt worden. Auch die Aufständischen sprachen von Verlusten. Bei Lugansk seien fünf Männer getötet worden, sagte ein Separatistenführer.

In Slawjansk sprach Aktivistenchef Wjatscheslaw Ponomarjow von mindestens einem Toten und mehreren Verletzten. Wegen des seit Tagen andauernden Beschusses durch Regierungseinheiten hätten mittlerweile 40 Prozent der insgesamt etwa 110.000 Einwohner die Stadt verlassen. Die Aufständischen werfen der Führung in Kiew vor, am Montag in Lugansk ein Verwaltungsgebäude beschossen zu haben. Dabei seien acht Zivilisten getötet und 28 verletzt worden. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.

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