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Montagsdemo in Dresden : Nur noch 2000 bei Pegida, Bachmann wieder da

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Drei Wochen nach seinem Rückzug tritt der umstrittene Pegida-Gründer Bachmann wieder ins Rampenlicht. Die Dresdner Bewegung zieht nach rechts - verliert aber an Zuspruch.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 08:28 Uhr

Dresden | Mit der Rückkehr von Pegida-Gründer Lutz Bachmann rückt die islamkritische Dresdner Bewegung weiter nach rechts, kann aber längst nicht mehr so viele Menschen mobilisieren. Zur ersten Kundgebung seit Abspaltung der Gruppe um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel versammelten sich am Montagabend nach Angaben der Polizei rund 2000 Demonstranten vor der Dresdner Frauenkirche. Bei der letzten Kundgebung vor dem Führungsstreit waren es am 25. Januar noch mehr als 17.000 Menschen gewesen.

Bachmann, der vor drei Wochen wegen eines „Hitler-Selfies“ und ausländerfeindlicher Äußerungen als Vereinsvorsitzender zurückgetreten war, trat erstmals wieder ins Rampenlicht - und verteidigte seine umstrittenen Bemerkungen. Sie seien verkürzt wiedergegeben worden, außerdem habe er Worte gewählt, von denen er sicher sei, „dass jeder, wirklich jeder von uns sie schon einmal am Stammtisch benutzt hat“. Bachmann hatte Asylbewerber unter anderem als „Gelumpe“ und „Dreckspack“ beschimpft.

Auf dem nahe gelegenen Dresdner Postplatz demonstrierten nach Polizeiangaben zeitgleich etwa 400 Menschen mit Musik für eine weltoffene Stadt. Zu der Kundgebung, die Oertels neues Bündnis „Direkte Demokratie für Europa“ organisiert hatte, waren am Sonntag nur etwa 500 Menschen gekommen. Die Gruppierung verfolgt einen deutlich moderateren Kurs als Pegida.

Der Leipziger Ableger Legida durfte am Montag nicht demonstrieren. Die Stadt hatte den Aufmarsch wegen eines polizeilichen Notstandes untersagt, Gegenkundgebungen aber genehmigt. Als sich am Montagabend trotzdem Legida-Anhänger in der Stadt versammelten, löste die Polizei die Zusammenkunft auf und begleitete die Demonstranten zum Hauptbahnhof. Polizisten überprüften die Identitäten von rund 140 Legida-Sympathisanten. Zu einer Kundgebung unter dem Motto „Willkommen in Leipzig“ kamen laut Polizei etwa 200 Menschen.

Auch in anderen Städten gingen am Montagabend wieder zahlreiche Menschen auf die Straße, um Weltoffenheit und Toleranz zu fordern. Die Zahl der Demonstranten, die sich Kundgebungen von Pegida-Ablegern anschlossen, blieb deutlich dahinter zurück.

Bei der Demonstration von weniger als 100 „Dügida“-Anhängern in Düsseldorf ermittelt die Polizei nun gegen mehrere Teilnehmer. Die Beamten leiteten Strafverfahren gegen zwei Demonstranten ein, von denen einer den „Hitlergruß“ gezeigt und der andere das verbotene „Horst-Wessel-Lied“ gesungen haben soll. Zwei weitere Demonstranten seien wegen eines Plakats von der Versammlung ausgeschlossen worden, teilte die Polizei mit. Nach Einschätzung der Beamten setzten sich die Teilnehmer diesmal fast ausschließlich aus Angehörigen des rechtsextremen Spektrums zusammen. An den fünf Gegendemonstrationen zu „Dügida“ beteiligten sich nach Polizeischätzung mehrere hundert Menschen. Mehrfach hätten Störer jedoch versucht, die Absperrungen zu durchbrechen. Um das zu verhindern, griffen Beamte zu Einsatzstock und Pfefferspray. Dabei sei niemand verletzt worden. Bei den Demonstrationen in Düsseldorf seien am Montagabend mehr als 1000 Beamte im Einsatz gewesen.

Bei der ersten Pegida-Kundgebung in Schweden trafen am Montagabend in Malmö wenige Dutzend Anhänger der islamkritischen Bewegung auf mehrere tausend Gegendemonstranten. Auch in Norwegen und Dänemark hatten sich in den vergangenen Wochen Pegida-Anhänger versammelt. Jedes Mal waren die Gegendemonstranten aber weit in der Überzahl gewesen.

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