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Neue Forschungsmethoden : NRW will Massentötung von Küken über Bundesrat stoppen

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Veterinärmediziner der Universität Leipzig forschen intensiv an einer Alternative zur massenhaften Tötung männlicher Küken. Agrarminister Schmidt will die Kükentötung in spätestens zwei Jahren beenden.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 11:39 Uhr

Leipzig | Nordrhein-Westfalen will über den Bundesrat versuchen, die massenhafte Tötung männlicher Küken in Deutschland so schnell wie möglich verbieten zu lassen. Das Land werde einen Antrag für eine Änderung des Tierschutzgesetzes in die Länderkammer einbringen, kündigte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Montag in Düsseldorf an.

In der Legehennenzucht werden nach Uni-Angaben in Deutschland jährlich rund 40 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Sie sind schlicht überflüssig, denn nur die weiblichen Tiere werden benötigt.


Der Grünen-Politiker warf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor, auf Zeit zu spielen und sich hinter Absichtsbekundungen und Forschungsvorhaben zu verstecken. „Es kann nicht sein, dass sich die Bundesregierung hier wegduckt und sich zum Steigbügelhalter der Geflügel-Lobby machen lässt“, kritisierte er.

Schmidt hat angekündigt, das Töten männlicher Küken spätestens bis 2017 beenden zu wollen. Veterinärmediziner der Universität Leipzig forschen an einer Alternative. Der Bundeslandwirtschaftsminister informierte sich am Montag vor Ort über das Projekt zur spektroskopischen Geschlechtsbestimmung im unbebrüteten Hühnerei. So soll verhindert werden, dass die männlichen Küken überhaupt schlüpfen.

Das Verfahren ermöglicht, 72 Stunden nach dem Legen das Geschlecht des Embryos zu bestimmen. Nur die weiblichen Legehennen, die selbst Eier legen, könnten ausgebrütet werden. Im Idealfall könnten die Eier, aus denen später männliche Küken schlüpfen würden, dann einfach verkauft werden. Sollten alle Prüfungen positiv verlaufen, will Schmidt darauf dringen, dass die Brütereien rasch entsprechende Geräte anschaffen.

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