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Spannungen mit den USA : Nordkorea: Propaganda-Video zeigt Angriff auf Weißes Haus und Kapitol

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Nordkorea provoziert weiter: Der Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ wird zerstört, dann fallen Bomben auf Washington.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 10:29 Uhr

Pjöngjang | Die Propaganda-Maschine des Regimes in Nordkorea läuft auf Hochtouren. Mitten in die Spannungen zwischen dem Land und den USA veröffentlichte die dem Regime nahestehende Webseite „arirangmeari.com“ ein neues Video mit dem Titel „Im Rahmen der Zerstörung“. Darin ist in zweieinhalb Minuten zu sehen, wie US-Kriegsschiffe, Flugzeuge, Soldaten und auch das Weiße Haus und das Kapitol in Washington ins Fadenkreuz genommen werden. Untermalt wird das Szenario von Artillerie-Übungen, Raketenabschüssen und martialischer Musik.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich in den vergangenen Wochen verschärft. Das Regime erklärte, dass es so lange Atom- und Raketentests durchführen werde, wie die US-Regierung ihre feindliche Aggression fortsetze. Donald Trump hatte einen Militärschlag nicht ausgeschlossen und den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in die Gewässer vor der Halbinsel verlegen lassen.

 

Nach einer Übersetzung der Zeitung „Washington Post“ wird nach der Zerstörung der „USS Carl Vinson“ die Parole „Wenn der Feind den ersten Schritt zu Provokation und Invasion unternimmt“ eingeblendet. Auch in anderen Szenen heißt es auf koreanisch unter anderem: „Wir werden euch zeigen, wozu ein starkes Land fähig ist, das die Welt in nuklearer und Raketen-Technologie anführt“ und „Der Feind, den es zu zerstören gilt, ist in Sichtweite.“

In dem Video ist der Stolz des nordkoreanischen Militärs zu sehen: Die im Februar erstmals getestete Mittelstreckenrakete „Pukguksong-2“ sowie die im September getestete Kurzstreckenrakete „Hwasong-7“. Nordkorea macht deutlich, dass es zumindest in der Lage ist, die südkoreanische Hauptstadt Seoul mit seiner Artillerie zu erreichen. Dort leben 25 Millionen Menschen.

Dass das amerikanische Atom-U-Boot „USS Michigan“ im Hafen von Busan in Südkorea festmacht, dürfte die Spannungen weiter verstärken. Das U-Boot ist mit Tomahwak-Raketen ausgerüstet. Laut „Washington Post“ werden im Pentagon bereits mögliche militärische Optionen geprüft. Doch auch weitere Sanktionen stehen im Raum. So hat China Nordkorea nach Darstellung von US-Außenminister Rex Tillerson mit Sanktionen gedroht, sollte das Land einen weiteren Atomtest unternehmen. Das habe die chinesische Regierung gegenüber den USA bestätigt, sagte Tillerson am Donnerstagabend in einem Interview des Senders Fox News.

Er wertete das als Beleg dafür, dass Peking bereit sei, mit der amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um den Druck auf das isolierte kommunistische Land zu erhöhen. Die USA gehen davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Pjöngjang hat.

Am Freitag will der UN-Sicherheitsrat über den Konflikt beraten. Bei der Sitzung soll UN-Generalsekretär António Guterres das Gremium über die Lage informieren. Ein greifbares Ergebnis wie eine Erklärung, eine Resolution oder gar die Verabschiedung neuer Sanktionen sei nicht geplant, hieß es von der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Für die USA, die derzeit den monatlich rotierenden Vorsitz des Rats innehaben, nimmt Tillerson teil. Der Außenminister sagte dem Sender NPR, die USA seien weiterhin offen für direkte Gespräche mit Nordkorea. Aber das Land müsse sich dazu bereit erklären, sein Atomprogramm aufzugeben.

„Wir hoffen, dass wir sie davon überzeugen können, dass sie diese Waffen nicht brauchen, um die Existenz ihres Regimes sicherzustellen“, sagte er. „Wir streben nicht den Kollaps des Regimes an. Wir wollen keine beschleunigte Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel. Wir wollen eine nuklearwaffenfreie Halbinsel.“

(mit dpa)

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