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Politik

20. Oktober 2017 | 22:39 Uhr

No sports!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Fragte jemand Winston Churchill, worauf er sein hohes Alter (91) zurückführe, dann pflegte er die berühmte Antwort zu geben: No sports. Wer weiß, vielleicht wäre er mit Sport ja noch älter geworden. Nun konnte man sich den auch in jungen Jahren schon recht beleibten britischen Kriegspremier in der Tat weder auf Skiern noch ohne Zigarre vorstellen. Welche Tücken der weiße Sport birgt, haben gerade zwei Prominente erfahren müssen. Angela Merkels Straucheln im Schnee konnte sogar längere Zeit als Staatsgeheimnis behandelt werden, hätte vielleicht gar nicht öffentlich gemacht werden sollen; ließ sich auf Dauer aber nicht verheimlichen, weil jeder, der schon einmal eine Rippe oder einen anderen Knochen angebrochen hatte, weiß, dass der richtige Schmerz erst nach ein paar Tagen einsetzt.

Davon abgesehen gelten bei Politikern Gebrechen jeglicher Art noch immer als Schwäche, die es möglichst herunterzuspielen gilt. Kaiser Wilhelm II. bemühte sich sein Leben lang, den seit der Geburt verstümmelten linken Arm zu verbergen, die französischen Präsidenten Pompidou und Mitterrand verheimlichten lange ihre Krebserkrankungen. Ex-Verteidigungsminister Struck gab einen Schlaganfall zunächst als Kreislaufschwäche aus, und selbst Landespolitiker spielen durchaus ernsthafte Operationen als völlig harmlose Routineeingriffe herunter.

Die Sportler sind da wesentlich offener, jedenfalls solange es um im Kampf erlittene Verletzungen geht. Es hat allerdings eine Zeitlang gedauert, bis auch die Beschädigung des Schambeins eingestanden wurde. Dieser Körperteil gilt offenbar als etwas genierlich.

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