Vater von Ursula von der Leyen : Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Ernst Albrecht ist tot

14 Jahre lang regierte er Niedersachsen. Seine Tochter Ursula von der Leyen erreicht die Nachricht von seinem Tod in Afghanistan.

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13. Dezember 2014, 18:27 Uhr

Masar-i-Scharif | Ernst Albrecht (84), früherer niedersächsischer CDU-Ministerpräsident und Vater von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, ist tot. Das sagte die Ministerin am Samstagabend (Ortszeit) bei einem Truppenbesuch in Afghanistan.

Albrecht litt an Alzheimer. Er war von 1976 bis 1990 Regierungschef in Niedersachsen. In einer Rede vor Soldaten im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif sagte von der Leyen (CDU), sie habe vom Tod ihres Vaters vor einer Stunde erfahren. Sie entschuldigte sich, dass sie deswegen nicht an der geplanten gemeinsamen Weihnachtsfeier teilnehmen könne. „Mein Vater hat ein sehr erfülltes, langes Leben gehabt, er hat nicht leiden müssen. Er ist ganz schnell und ganz friedlich gestorben“, sagte von der Leyen. „Insofern bin ich heute eher von Dankbarkeit als von Trauer erfüllt.“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) würdigte Albrecht als „einen Politiker, der unser Land über annähernd eineinhalb Jahrzehnte geprägt hat“. „Ernst Albrecht verkörperte in seiner ganz eigenen Art einerseits die typische Bodenständigkeit der Niedersachsen und gleichzeitig die Fähigkeit, in größeren Dimensionen zu denken“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Albrecht habe einen festen Platz in der Landesgeschichte.

Der studierte Volkswirt stand 14 Jahre lang an der Regierungsspitze, nachdem er 1976 mit Hilfe von Überläufern aus dem SPD-Regierungslager überraschend zum ersten CDU-Ministerpräsidenten Niedersachsens gewählt worden war. Bei der Landtagswahl im Mai 1990 unterlag er seinem SPD-Herausforderer Gerhard Schröder. Seit 2003 litt Albrecht an Alzheimer und fortschreitendem Gedächtnisverlust. In den letzten Jahren lebte er mit von der Leyen und deren Familie. Erst Ende November war die Schwiegermutter von der Leyens gestorben. Sie hatte deswegen die Teilnahme an der ersten Debatte über die neue Afghanistan-Mission im Bundestag abgesagt.

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