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„Diese Person existiert nicht“ : Nicolás Maduro blamiert sich mit seinem Ausweis

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Aus der Onlineredaktion

Bei der Wahl in Venezuela sollte kontrolliert werden, wer wählen geht und wer nicht. Als Maduro die Kontrolle vorführt, gibt es eine Panne.

Caracas | Er wollte live vor den TV-Kameras zeigen, wie gut alles bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela organisiert ist: Der sozialistische Staatspräsident Nicolás Maduro, sonst ein Meister der politischen Inszenierung, schaute am Sonntag ziemlich betreten drein, als er seinen Ausweis nach seiner Stimmabgabe scannen ließ. Nach einigen Sekunden erschien auf der digitalen Anzeige: „Diese Person existiert nicht oder der Ausweis wurde annulliert.“

Das Video verbreitet sich tausendfach in den sozialen Netzwerken, verbunden mit harscher Kritik an den regierenden Sozialisten - durch das Scannen der Ausweise werde kontrolliert, wer wählen gehe und wer nicht. Auf Hunderttausende Arbeiter in staatlichen Unternehmen wurde mit Anrufen und Textnachrichten Druck im Vorfeld ausgeübt, wählen zu gehen - die Opposition boykottierte die Wahl der Mitglieder der Verfassungsversammlung, sie fürchtet den Umbau zu einer Diktatur.

Durch das Video werden auch Erinnerungen an Maduros Amtsvorgänger, Hugo Chávez, wach, der für seine verbalen Rundumschläge weltweit berüchtigt war. Und dadurch auch mal für einen viralen Hit sorgte. Das war während einer Rede vor der UN-Vollversammlung im Jahr 2006. Der ehemalige Staatschef von Venezuela sorgte mit seinem lockerem Mundwerk für Schlagzeilen, als er US-Präsident George W. Bush als „Teufel“ beschimpfte. „Gestern war der Teufel hier, genau hier“, sagte Chávez und deutete auf das Pult, an dem Bush zum Auftakt der Generaldebatte 24 Stunden zuvor seine Rede gehalten hatte. „Und es riecht hier noch immer nach Schwefel“, fügte Chávez hinzu und bekreuzigte sich dabei.

Der frühere Oberstleutnant und Fallschirmjäger regierte Venezuela seit 1999 und starb 2013. Nicolás Maduro wurde sein Nachfolger.

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erstellt am 31.Jul.2017 | 10:28 Uhr

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