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Atom : Neue Höchststrahlung an Fukushima-Atomruine entdeckt

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Die Hiobsbotschaften aus der Atomruine Fukushima reißen nicht ab: Jetzt ist ein neuer tödlicher Strahlenrekordwert auf dem Gelände des AKW gemessen worden. Weitere Lecks werden befürchtet. Erneut wurde die Unglücksregion von einem schweren Erdbeben heimgesucht.

Wie ein Sprecher des Atombetreibers Tepco mitteilte, wurde an einem der Tanks für verstrahltes Kühlwasser ein sogenannter «Hotspot» mit einem Strahlenwert von 2200 Millisievert pro Stunde bei einem Abstand von fünf Zentimetern entdeckt. Einen halben Meter entfernt betrage die Strahlung nur noch 40 Millisievert. Der Hotspot liege an demselben Tank, bei dem am Wochenende 1800 Millisievert gemessen worden waren. Es handelt sich um Beta-Strahlung, die nicht durch die Schutzkleidung der Reparaturtrupps dringt. Für einen ungeschützten Menschen ist eine so hohe Dosis innerhalb von vier Stunden tödlich.

Als Grund für die Stellen mit extrem hoher Strahlung vermutet Tepco bröckelnde Dichtungen aus Kunstharz, die sich zwischen den zusammengeschraubten Metallringen der Tanks befinden. Andererseits habe sich der Wasserstand in den Tanks nicht verändert, hieß es. Auf dem Gelände des havarierten AKW stehen etwa 1000 Metalltanks, in denen verseuchtes Kühlwasser aus den beschädigten Reaktorblöcken gelagert wird. Da die Wassermengen ständig zunehmen, hatte Tepco etwa 350 Tanks eilig aus Stahlplatten zusammengeschraubt. Aus einem waren kürzlich 300 Tonnen ausgelaufen. Es werden weitere Lecks befürchtet.

Gefahr droht auch durch weitere Erdbeben. Am Mittwoch wurde die Region von einem Beben der Stärke 6,9 erschüttert. Berichte über neue Schäden an dem AKW durch die starke Erschütterung gab es aber nicht.

Seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März 2011 pumpt Tepco täglich etwa 340 000 Liter Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren in die Gebäude. Zudem dringen rund 400 Tonnen Grundwasser pro Tag ein und vermischen sich dort mit dem verseuchten Kühlwasser. Ein Teil der mehreren hundert Tonnen Wasser, die Tepco täglich abpumpt, läuft durch eine Dekontaminierungsanlage, um es erneut einzusetzen, doch lässt sich damit nur Cäsium entfernen. Die Regierung will die Anlage verbessern.

Tepco lagert daher einen großen Teil der täglich zunehmenden Wassermengen in den Tanks. Doch die reichen kaum noch aus und fangen jetzt ebenfalls an zu lecken. Wo die Reaktorblöcke lecken, weiß niemand. Wegen der hohen Strahlung ist es den Arbeitern auch zweieinhalb Jahre nach Beginn der Katastrophe weiter nicht möglich, die volllaufenden Untergeschosse zu inspizieren.

Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte am Dienstag an, für Tepco 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) bereitzustellen, um unter anderem einen unterirdischen Ring aus gefrorener Erde um die Reaktorgebäude zu bauen. Damit soll ein weiteres Eindringen von Grundwasser gebremst werden.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, forderte eine Task Force mit Atomexperten aus aller Welt, die Tepco und der japanischen Regierung hilft, den Standort endlich zu stabilisieren. «Fukushima ist eine tickende Zeitbombe, auch weil die Ruinen bis heute statisch nicht stabilisiert sind. Ein neues Erdbeben könnte die Reaktoren zum Einsturz bringen und eine noch viel größere Katastrophe auslösen», betonte sie.

Die anhaltenden Probleme am Atomreaktor wirken sich auch auf die Position Japans im Weltrisikobericht aus. Nach Platz 16 im Vorjahr hat sich das Land in diesem Jahr auf Platz 15 verschlechtert. Japan gehört damit nach dem am Mittwoch in Bonn vorgelegten Bericht zu der 34 Länder umfassenden höchsten der fünf Risikogruppen. Hauptgrund für die Entwicklung ist die deutlich verschlechterte Bewertung des japanischen Krisenmanagements. Der Risikoindex wird von der Bonner UN-Universität im Auftrag des Bündnisses Entwicklung Hilft erstellt.

Tepco

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erstellt am 04.Sep.2013 | 12:23 Uhr

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