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Öffentlicher Dienst : Nachwuchsmangel: Attraktiv geht anders

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Wettbewerb mit der Wirtschaft werden sich Bund, Länder und Kommunen mächtig nach der Decke strecken müssen, um die öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern, meint Peter Höver.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 07:50 Uhr

Vater Staat als Arbeitgeber bekommt nun mit Macht zu spüren, was bei zahlreichen Unternehmen längst Alltag ist: Ihm geht der Nachwuchs aus. Neu ist das Phänomen nicht. Seit Monaten bastelt die Staatskanzlei an einer Werbekampagne. Sogar Ministerpräsident Torsten Albig höchstpersönlich umgarnte zu Jahresbeginn per Videobotschaft potenzielle Bewerber und pries minutenlang die Vozüge eines Jobs im öffentlichen Dienst. Das Video des freundlichen Landesvaters und obersten Behörden-Arbeitgebers ist inzwischen von der regierungsamtlichen Internetseite wieder verschwunden. Über Erfolge des Albig-Auftritts ist nichts bekannt. Doch 2015 soll alles noch offensiver werden in der regierungsamtlichen Nachwuchs-Werbungs-Offensive. Das wird auch Not tun. Im Wettbewerb mit der Wirtschaft werden sich Bund, Länder und Kommunen mächtig nach der Decke strecken müssen, um die öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern.

Es mag sein, dass manch ein junger Mensch mit dem Schulabschluss noch immer vom sicheren Job und einer zuverlässig planbaren Behörden-Karriere samt ordentlicher Pension im Ruhestand träumt. Gut informierten Berufsanfängern wird aber nicht entgangen sein, was die fraglos notwendige Schuldenbremse in den Personaletats zumindest der Länder ausgelöst hat: Da wurden und werden bittere Sparrunden und Streichkonzerte veranstaltet. Arbeitsverdichtung und Burnout sind auch auf dem Amt längst Alltag. Attraktiv geht jedenfalls anders.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bastelt längst an Konzepten, wie etwa der Soldatenberuf für potentielle Bewerber aufgewertet werden kann – mit Kindergärten in Kasernen und Flachbildschirmen auf der Stube. Doch das wird nicht reichen. Für den Staatsdienst gilt dasselbe wie für Unternehmen: Die beruflichen Inhalte müssen stimmen und am Ende des Monats das Gehalt. Der Kampf um die besten Köpfe hat begonnen – und der wird teuer für die Steuerzahler.

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