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Frankreich fliegt Luftangriffe : Nach Terror-Anschlägen in Paris: Ist das jetzt Krieg?

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Ein wenig Unterscheidung tut gut. Ein Plädoyer für Besonnenheit von Chefredakteur Stefan Hans Kläsener.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 21:06 Uhr

Wenn „Kämpfer“, die sich einem selbst ernannten „Staat“ zugehörig fühlen, in einer kaltblütigen und gewissenlosen Aktion willkürlich Menschen töten, dann liegt der Begriff nahe: Ja, es ist Krieg. Wenn Kampfjets aufsteigen, um Lager des IS in Syrien zu bombardieren, dann ist auch dies eine kriegsähnliche Handlung.

Aber leben wir tatsächlich im Krieg? Den Franzosen muss man jedenfalls zugestehen, dass sie sich derzeit wie im Krieg fühlen. Mit einem Video will Frankreich dem IS Angst machen. Dennoch tut ein wenig Unterscheidung gut, um Klarheit in den Kopf zu bekommen, in dem jetzt so viele Assoziationen herumschwirren – vom Anschlag auf das World Trade Center bis zum Irakkrieg.

Nüchternheit ist immer ein guter Ratgeber, und daher tragen wir doch einmal zusammen: Einige islamisch geprägte Länder, teils Bündnispartner der Nato, unterstützen eine Truppe, die sich zunehmend verselbstständigt und nur eines will: Angst und Schrecken verbreiten, um die dekadente westliche Lebensart zu bekämpfen. Wie dekadent diese Denkweise selbst ist, spielt für diese Wahnsinnigen keine Rolle. Mit einem Fundamentalisten kann man nicht diskutieren, er wird noch aus dem besten Gegenargument die Bestätigung für sein hermetisch abgeschlossenes Weltbild ziehen.

Aber noch kämpfen ja gar nicht Staaten gegen Staaten. Noch kann man die Diplomatie und militärischen Druck dafür aufwenden, zum einen die unterstützenden Staaten zur Raison zu rufen, zum anderen muss die Außenpolitik endlich ein Bündnis gegen die Staaten bilden, die sich diesem Vernunftweg verweigern.

Kleine Anmerkung: Noch nie haben wir die UN und die EU so schwach, ja sogar fast wortlos erlebt. Das derzeit starke Deutschland muss also sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.

 

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