Mehr Arbeit für Pflegekräfte : Nach Jens Spahns Aussage: Fassungslosigkeit auf Twitter

Das Gesundheitsministerium soll Jens Spahn (CDU) übernehmen.
Das Gesundheitsministerium soll Jens Spahn (CDU) übernehmen.

Pflegekräfte sollen drei bis vier Stunden mehr pro Woche arbeiten. Gesundheitsminister: Alles nicht so gemeint.

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20. September 2018, 16:43 Uhr

Berlin | Seit Jahren ächzen Menschen, die in der Pflege arbeiten, über die zu hohe Arbeitsbelastung. Schleswig-Holstein ist da keine Ausnahme. Zu wenige Arbeitskräfte, zu viele Überstunden, zu wenig Geld, zu viel Stress.

Und jetzt das: Am Donnerstag sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Augsburger Allgemeinen: „Viele Beschäftigte in Heimen und ambulanten Diensten ihre Stundenzahl reduziert, sodass wir auch ein Auge auf die Arbeitsbedingungen werfen müssen. Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen." Sofort folgten tausende wütende Reaktionen bei Twitter:

Mancher Nutzer wirft dem Gesundheitsminister Respektlosigkeit vor:

 

Dass ihm seine Aussage im Internet um die Ohren fliegt, muss Spahn mitbekommen haben. Kurze Zeit später sagt er in einem Video auf Twitter: „Liebe Leute, alle mal wieder ein bisschen runterkommen.“ Er habe nie gemeint, dass Pflegekräfte einfach ein paar Stunden mehr arbeiten sollten. Er wolle die Arbeitsbedingungen verbessern. Das hieße „mehr Arbeitskräfte, weniger, Stress bessere Bezahlung, bessere Schichtpläne“. Dann, so Spahn, würden die Menschen in der Pflege auch wieder bereit sein, mehr zu arbeiten.

So genau war das an besagter Stelle im Interview jedoch nicht zu lesen. Die wütenden Reaktionen also keine Überraschung. Trotzdem belehrt Spahn die Menschen am Ende seines Videos: „Nicht nur Überschriften lesen. Nicht nur glauben wollen, was jemand gesagt hat, sondern immer auch hinschauen, was tatsächlich gesagt wurde.“

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