Eskalierender Türkei-Streit : Nach Erdogans Drohungen gegen den Westen: EU bestellt Botschafter ein

Erdogan warnte den Westen am Mittwoch vor einer weiteren Eskalation des Streits.
Erdogan warnte den Westen am Mittwoch vor einer weiteren Eskalation des Streits.

„Wenn ihr so weitermacht, seid ihr nicht mehr sicher.“ Die EU will nun Erklärungen für die Ansage des türkischen Präsidenten.

shz.de von
23. März 2017, 13:47 Uhr

Brüssel | Der Auswärtige Dienst der Europäischen Union hat wegen Drohungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan den türkischen EU-Botschafter einbestellt. Man hätte gerne Erklärungen für die Worte von Erdogan, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel.

Auf die Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker reagiert die türkische Regierung seit Wochen mit immer schärferen Ausfällen. Bislang bezogen sie sich auf Organisationen - nun richtete sie Erdogan erneut an Angela Merkel persönlich und drohte außerdem allen Europäern.

Erdogan hatte am Mittwoch gesagt: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können. Wenn ihr diesen gefährlichen Weg beschreitet, werdet ihr selbst den größten Schaden davon nehmen.“ Erdogan rief die europäischen Länder dazu auf, „Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten zu respektieren“.

Bei diplomatischen Verstimmungen zwischen zwei Staaten spielt der Botschafter eine Schlüsselrolle. Über ihn kann Kritik offiziell vermittelt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen