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Angst vor Terror : Nach Drohbrief: Kinderkarneval in Herne abgesagt

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein verdächtiger Brief versetzt die Stadt im Ruhrgebiet in Angst. Vorsichtshalber wurde die Feier abgesagt.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 09:43 Uhr

Herne | Aus Angst vor einem möglichen Anschlag ist der Kinderkarneval in der Stadt Herne im Ruhrgebiet abgesagt worden. Es sei ein anonymer und verdächtiger Brief gefunden worden, teilte die Polizei mit. Das Volkshaus Röhlinghausen kündigte die Absage auf seiner Homepage an.

Die Anschläge in Paris im November haben bei vielen Menschen Angst ausgelöst. Am Donnerstag wurde bekannt, dass offensichtlich ein Anschlag in Berlin geplant war - auch das steigert wohl die Unsicherheit in der Bevölkerung. Hinzu kamen die Übergriffe in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Viele Menschen sind sensibilisiert.

Nach Angaben eines Bochumer Polizeisprechers vom Freitag hatte der Veranstalter die Entscheidung nach einem Gespräch mit dem eingebundenen Staatsschutz getroffen. In einem Umschlag im Briefkasten des Volkshauses seien Zeitungsberichte über Sternsinger gefunden worden, außerdem standen auf Deutsch und Arabisch Worte wie „Ungläubige“ und „Deutschland tötet alle Moslems“ auf dem Papier. Die traditionelle Kinderkarnevalsparty war für Sonntag geplant. Mehrere Medien hatten zuvor über die Absage berichtet.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind in diesem Jahr angesichts der Terrormeldungen und vor dem Hintergrund der Übergriffe an Silvester besonders hoch. Besonderes Augenmerk zieht bundesweit in diesem Jahr der Karneval in Köln auf sich. Die Polizei reagiert mit den ähnlichen Rezepten wie beispielsweise auch in Braunschweig: mehr Präsenz, mehr Beamte und mehr Videoüberwachung. Hinzu kommt: Tatverdächtige aus der Silvesternacht sollen mit Zutrittsverboten von bestimmten Orten ferngehalten werden. Der Polizeipräsident forderte die Narren zudem auf, keine Spielzeugwaffen zu tragen.

Schon seit 2008 bereitet sich die Kölner Polizei darauf vor, wie sie bei einem Terroranschlag auf den Rosenmontagszug reagieren müsste. In diesem schlimmsten Fall würde der Zug „kontrolliert beendet“ – logistisch eine Riesenaufgabe, wenn man bedenkt, dass der größte deutsche Karnevalszug mehr als 100 Prunk- und Persiflagewagen umfasst und über sieben Kilometer lang ist. Mehr als eine Million Feiernde säumen den Weg.

Welche Sicherheitsmaßnahmen in anderen Städten geplant sind, ist hier nachzulesen.

 

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