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Mecklenburg-Vorpommern : Nach Berichten über Escort-Service: AfD will Petra Federau für Landtagswahl streichen

vom
Aus der Onlineredaktion

Federau soll Frauen für einen Escort-Service angeworben haben. Nun verliert sie wohl ihren Listenplatz für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin | Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern will die Landtagskandidatin Petra Federau nach Medienberichten über einen von ihr betriebenen Escort-Service von Platz drei der Landtagsliste streichen, berichtet die Deutsche Presse Agentur. Das Vertrauen zu Federau sei erschüttert, erklärte der AfD-Kreisvorstand Mecklenburg-Schwerin am Montag.

Im AfD-Landesvorstand wurde ein Beschlussverfahren in Gang gesetzt, wonach der Politikerin nahegelegt werden soll, selbst den aussichtsreichen Listenplatz zu räumen. Das sagte AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm. Sollte sie nicht freiwillig verzichten, werde geprüft, wie eine Streichung von der Liste zu bewerkstelligen sei.

Hintergrund sind Medienberichte über einen Escort-Service, den Federau betrieben und über den sie junge Frauen auch in arabische Länder wie Abu Dhabi und Dubai vermittelt haben soll. Die Partei habe mit Federau mehrfach das Gespräch gesucht, um den Wahrheitsgehalt der Berichte zu klären, sagte Holm. Dies sei aber nicht gelungen, Federau habe sich den Gesprächen verweigert.

Der AfD-Kreisvorstand Mecklenburg-Schwerin betonte, die AfD sehe sich nicht als Hüterin einer Sexualmoral der 1960er Jahre. Die Stigmatisierung einer Tätigkeit wie Escort-Service erscheine heute nicht mehr angebracht. Problematisch sei allerdings, dass die Listenkandidatur ohne Kenntnis dieses Umstandes zustande kam.

Federau wird dem rechten Parteiflügel zugerechnet. So war sie mit abfälligen Äußerungen über Ausländer im Internet aufgefallen. Nach den zweistelligen AfD-Wahlergebnissen bei den jüngsten Landtagswahlen in drei Bundesländern werden der Partei auch bei der Wahl im September im Nordosten große Chancen auf einen Einzug in den Landtag eingeräumt.

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erstellt am 21.Mär.2016 | 19:42 Uhr

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