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Neue Forderung von Donald Trump : Muslime: Politisches Klima bedroht religiöse Freiheit in den USA

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Muslime stellen in den USA nur etwa ein Prozent der Bevölkerung. Getragen von Terrorangst, nimmt der Wahlkampf sie dennoch immer mehr aufs Korn. Allen voran Donald Trump.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 07:49 Uhr

Washington | Einer der größten Muslimverbände der USA sieht die religiöse Freiheit des Landes durch das politische Klima bedroht. „Der Islamische Staat versucht doch, die religiöse Freiheit in den USA zu unterminieren, und viele Politiker springen im Wahlkampf kleingeistig auf diesen Zug auf“, sagte Nihad Awad, Präsident des Council on American-Islamic Relations (CAIR), in Washington.

Die mutmaßliche Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen starben und sich eine Täterin zur Terrormiliz IS bekannte, hat in den USA Ressentiments gegen Muslime befeuert. Das Thema spielt auch im Wahlkampf um die Präsidentschaft eine immer größere Rolle.

Am Montag forderte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ein US-Einreiseverbot für Muslime. Etwa ein Prozent der US-Bevölkerung ist muslimisch. Trump begründete seine radikale Forderung in einer Mitteilung mit einer Umfrage. Darin habe eine große Zahl der befragten Muslime Gewalt gegen Amerikaner in den USA bejaht, weil sie Teil des globalen Dschihad (Heiliger Krieg) sei. Die Umfrage wurde angeblich im Frühsommer 2015 unter 600 Menschen gemacht. Eine entsprechende Mitteilung des befragenden Instituts soll vom 23. Juni stammen.

Die Repräsentanten des Landes müssten nun klären, was eigentlich los sei, erklärte Trump. „Wir müssen herausfinden, woher all dieser Hass kommt.“ Trump erklärte: „Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben.“ Das Weiße Haus erklärte, Trumps Forderung sei vollkommen konträr zu den Werten der USA. Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten, sagte CNN: „Wir haben die Anerkennung der Religionsfreiheit in unserer Verfassung.“ Amerikanische Muslimvertreter sagten, Trump klinge wie der Anführer eines Lynchmobs.

„Manche Kandidaten spielen dem IS unmittelbar in die Hände, ob willentlich oder wissentlich, sie tun es. Sie spalten Amerika, anstatt es zu vereinen“, sagte Awad. „Es gibt aber tatsächlich gar keinen religiösen Konflikt in den USA, sondern einen ideologischen.“ „Die USA sollten sich vor Ignoranz fürchten, nicht vor Muslimen“, sagte Awad.

Präsident Barack Obama habe in seiner Rede an die Nation den richtigen Ton in kritischer Zeit getroffen. „Sie war ein willkommenes Zeichen in Zeiten wachsender Hassverbrechen gegen amerikanische Muslime.“ Awad sagte, Obama solle diesem Statement weitere Reden folgen lassen, und auch Taten.

Im Kampf gegen Radikalisierung und Extremismus arbeite die muslimische Gemeinschaft in den USA eng mit Ordnungshütern und Strafverfolgern zusammen. „Mit Gemeinden und Moscheen in den USA hat Radikalisierung nichts zu tun, die sind alle Mainstream“, sagte Awad. „Radikalisierung passiert vor allem über das Internet, Extremisten werden Sie in Moscheen nicht finden, weil sie dort alle zurückgewiesen werden. Extremisten leben isoliert oder im Untergrund“, sagte Awad. „Wir müssen uns daran erinnern, wer wir als Amerikaner sind“, sagte Awad. „Wir sind im Fernsehen, wir sind integriert, manchmal auch wohlhabend, wir sind Ärzte, Polizisten, Feuerwehrleute, Sozialarbeiter, und wir sind in den Streitkräften vertreten. Amerikanische Muslime tragen jeden Tag zu einem besseren Leben in den USA bei.“

Selbst die republikanischen Mitbewerber rückten mit zum Teil harschen Worten von Trumps Statement ab. Es gab von keinem Kandidaten Zustimmung. Ted Cruz (Senator, Texas) sagte: „Das ist nicht meine Politik.“

„Ich stimme Donald Trumps Vorschlag nicht zu. Seine Art, haarsträubende und beleidigende Statements abzugeben, wird die Amerikaner nicht zusammenbringen“, saget Marco Rubio, Senator in Florida. Der ehemalige Chirurg Ben Carson sagte: „Jeder, der unser Land besucht, sollte währenddessen registriert und beobachtet werden. Wir dürfen aber nicht dafür stimmen, jemanden wegen seiner Religion zu selektieren.“ Auch Jeb Bush (Ex-Gouverneur, Florida) äußerte sich mit harschen Worten: „Trump ist komplett verwirrt. Seine ,politischen‘ Versprechen sind unglaubwürdig.“

Mit extremen Äußerungen hat Trump schon oft für wütenden Protest gesorgt. Auf die guten Umfragewerte des Unternehmers hatte das bisher keinen Einfluss. Das republikanische Bewerberfeld führt Trump insgesamt klar an. Allerdings wurden am Montag Umfragen bekannt, nach denen Trump im wichtigen Vorwahlstaat Iowa seine Spitzenposition erstmals an den texanischen Senator Ted Cruz abtreten musste.

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