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Munster in Niedersachsen : Munition aus Panzer gestohlen, Vertrauen in die Bundeswehr sinkt

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Der Panzer war bereits im Februar aufgebrochen worden. Ursula von der Leyen gerät zunehmend unter Druck.

Munster | Neue Meldung von der Bundeswehr: Unbekannte haben auf einem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide aus einem Panzer Gewehre gestohlen. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage mit. Zuvor hatte die „Welt“ darüber berichtet. Demnach wurden Mitte Februar auf dem Truppenübungsplatz Munster im Heidekreis ein „Fuchs“-Panzer aufgebrochen und zwei G36-Sturmgewehre, eine P8-Pistole, eine Signalpistole, zwei Funkgeräte, zwei Magazine ohne Munition und ein Doppelfernrohr gestohlen.

Die Bundeswehr steht derzeit wegen der Affäre um den terrorverdächtigen Offizier Franco A. unter Druck. Er soll ebenfalls Munition aus Bundeswehrbeständen gestohlen haben. Immer mehr Menschen halten die Bundeswehr nicht mehr für glaubwürdig.

Die Gewehre seien nicht geladen gewesen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt. Der Panzer gehörte zu einem Truppenteil aus Minden in Nordrhein-Westfalen.

Nach dem Bekanntwerden der rechten Gesinnung des Soldaten Franco A. gerät auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mehr und mehr unter Druck - sie hat deutlich an Beliebtheit eingebüßt. Im neuen ARD-Deutschlandtrend gaben 38 Prozent der Befragten an, sie seien zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit der CDU-Politikerin - ein Minus von 16 Prozentpunkten gegenüber April. 58 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest-dimap zeigt.

Der 28-jährige Franco A. führte ein Doppelleben als falscher syrischer Flüchtling und steht unter Terrorverdacht. Er soll zusammen mit einem weiteren Soldaten und einem Studenten aus Offenbach eine rechtsextreme Gruppe gebildet haben, die Anschläge auf Politiker plante.

Laut Deutschlandtrend ist nach Bekanntwerden des Falls auch das Vertrauen in die Bundeswehr geschrumpft: Aktuell haben 49 Prozent sehr großes oder großes Vertrauen in die Bundeswehr. Im Juli 2016 waren es noch 59 Prozent. 65 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass es der Bundeswehr an Führung und Kontrolle fehlt; 25 Prozent teilen diese Auffassung nicht. 35 Prozent glauben, dass rechtsradikales Gedankengut in der Bundeswehr mehr verbreitet ist als im Rest der Gesellschaft; 58 Prozent glauben das nicht.

Von der Leyen spricht über Werte der Bundeswehr

Am Freitag will Ursula von der Leyen das Zentrum Innere Führung in Koblenz besuchen und dort über die Werte der Bundeswehr referieren. Zuvor werde sie in Mayen beim Zentrum Operative Kommunikation erwartet, teilte ein Offizier mit. Beide Termine seien nicht für die Medien gedacht.

Am späten Nachmittag spricht von der Leyen dann bei einem „Sicherheitspolitischen Forum“ des Deutschen Bundeswehrverbands in Montabaur. Der Termin im Zentrum Innere Führung war nach Angaben des Offiziers schon lange geplant.

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erstellt am 12.Mai.2017 | 11:11 Uhr

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