Moderatoren-Terror

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17. Juni 2014, 11:47 Uhr

Die Quasselstrippen haben Konjunktur. Zurzeit besonders unter den Fußball-Kommentatoren. Nicht der einzige, aber einer der gesprächigsten ist Bela Rethy. Er redet und redet, selbst dann, wenn es nichts zu sagen gibt. Schießt ein Spieler fünf Meter am Tor vorbei, verkündet B.R., der Ball sei am Tor vorbei geflogen. Landet der Ball im Aus, verrät B.R., dass der Ball im Aus sei. Wird ein Verletzter vom Platz getragen, erfährt der Zuschauer, der Mann habe sich offenbar verletzt. Zwischen diesen Informationen für Sehbehinderte berichtet der Kommentator, dass der Trainer von Honduras einmal in Aachen einen Vortrag über das Flachpassspiel gehalten und der Vater von Movuba 1974 in der Elf von Zaire gespielt habe. Ist Bela Rethy mit dem Abpfiff endlich verstummt, löst ihn der Dampfplauderer Kahn ab, und denkt der Zuschauer, schlimmer kann es ja nicht mehr werden, dann irrt er; denn nun steht die Dame Müller-Hohenstein vor dem Tor der Mannschaftsherberge und verrät, dass die deutschen Spieler gerade Kaffee trinken und um 22 Uhr ins Bett müssen. Die haben es gut, für den Zuschauer dagegen heißt es: Neue Spiele, neue Redner.

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