Anti-Terror-Einsätze in MV : Mit Video: Verdächtige planten Morde an Vertretern des linken Spektrums

Die Tatverdächtigen wollten bei einem Zusammenbruch des Staatsapparates offenbar die Macht übernehmen.

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28. August 2017, 11:45 Uhr

 

Schwerin/Karlsruhe | Am heutigen Montagmorgen gegen 4 Uhr im Rostocker Stadtteil Dierkow: Blendgranaten explodieren, Hunde bellen, Fensterscheiben klirren - mit lautem Geschrei stürmen schwer bewaffnete Polizisten ein Wohnhaus in Alt Bartelsdorf. Es wimmelt von maskierten und schwerbewaffneten Beamten, dazwischen Zivilbeamte des Bundeskriminalamtes und Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft. Spürhunde werden über das Grundstück und durch das Haus geführt. Die Beamten durchsuchen das Gebäude sowie Grundstück und Auto, der Hausbesitzer und seine Familie werden verhört. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen zwei namentlich bekannte Beschuldigte wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Aufgrund von Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs wurden an mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern die Wohnungen sowie Arbeits- und Geschäftsräume der beiden Beschuldigten und weiterer nicht tatverdächtiger Dritter von Beamten des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei durchsucht. Betroffen waren Objekte in Zittow, Grabow, Banzkow und Alt Bartelsdorf (Rostock).

Nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen haben sich die beiden Beschuldigten mit weiteren Personen in verschiedenen Chatgruppen ausgetauscht. Im Vordergrund soll dabei die politische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland, namentlich die aus ihrer Sicht verfehlte Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik, gestanden haben. Als deren Folge sollen die Beschuldigten eine Verarmung der privaten und öffentlichen Haushalte sowie eine Zunahme von Anschlägen und sonstigen Straftaten bis hin zum Zusammenbruch der staatlichen Ordnung befürchtet haben.

Schwer bewaffnet sichert ein Polizist einen Weg ab.
Stefan Tretropp

Schwer bewaffnet sichert ein Polizist einen Weg ab.

 

Für diesen Fall beabsichtigten sie, Vorsorge zu treffen. Dazu sollen sie sich mit Lebensmitteln sowie Munition für ihre bereits legal beschafften Waffen eingedeckt haben. Darüber hinaus sollen die Beschuldigten den von ihnen befürchteten Krisenfall als Chance gesehen haben, Vertreter des politisch linken Spektrums festzusetzen und mit ihren Waffen zu töten. Zu dieser Personengruppe sollen die Beschuldigten eine Liste mit Namen und weiteren Personalien angelegt haben.

Die heutigen Durchsuchungsmaßnahmen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren, teilte das Innenministerium mit. Bisher haben jedoch keine Festnahmen stattgefunden. Nach Informationen von svz.de wohnt in dem Haus in Alt Bartelsdorf ein Rostocker Rechtsanwalt und Bürgerschaftsabgeordneter Wählerbündnisses „Unabhängige Bürger Für Rostock - UFR“, dem auch Oberbürgermeister Roland Methling und seine Ehefrau angehören.

Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern teilte in einer Pressemitteilung mit, dass einer der Verdächtigen als Polizeibeamter der Polizeiinspektion Ludwigslust tätig ist. Gegen den beschuldigten Polizeibeamten wurden am Montag disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet. Ein weiterer Polizeibeamter des Landes Mecklenburg-Vorpommern gilt als nicht tatverdächtiger Dritter.

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