Debatte um Energiewende : Minister Habeck attackiert Seehofer

Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck
Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck

Die Debatte um die Energiewende geht weiter. „Der Netzausbau droht nicht an Bürgerinitiativen zu scheitern, sondern an der Angst von Politikern“, sagt Habeck.

shz.de von
02. Oktober 2014, 14:38 Uhr

Kiel | In der Debatte um die Energiewende hat Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) scharf kritisiert. „Seehofer verzockt die Versorgungssicherheit in Bayern, wenn er auf erneuerbare Energien verzichten will“, sagte Habeck am Donnerstag der dpa. Er reagierte auf Äußerungen Seehofers in der „Süddeutschen Zeitung“.

Demnach will Seehofer im Bund komplett neu über den Bau zusätzlicher Stromtrassen für die Energiewende verhandeln. Aus seiner Sicht seien wohl viele der im Netzausbauplan aufgeführten Leitungen nicht nötig.

Die Befürchtungen, die Lichter würden ausgehen, seien alle so nicht eingetroffen, sagte Seehofer. „Seehofers Alternative ist offenbar entweder Putin oder Fracking“, sagte der Kieler Minister. Oder er stelle den Atomausstieg infrage.

„Der Netzausbau droht nicht an Bürgerinitiativen zu scheitern, sondern an der Angst von Politikern“, sagte Habeck. Die CSU sei die wahre Dagegen-Partei bei notwendiger Infrastrukturpolitik. „Merkel darf nicht die Energieversorgung Deutschlands von den Launen eines Seehofers abhängig machen, der Gesetzen zustimmt und sie dann infrage stellt“, sagte Habeck. „Der Netzausbau darf nicht noch weiter verschleppt werden, der Preis wäre viel zu hoch.“ 

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