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Kampf gegen den IS : Mindestens 35 zivile Opfer bei US-Luftangriffen in Syrien

vom

Aktivisten werfen den USA vor, es seien nicht ausreichend Vorkehrungsmaßnahmen getroffen worden.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2017 | 13:41 Uhr

Damaskus | Bei zwei Luftangriffen der US-geführten Koalition auf IS-Gebiet in Syrien sind Aktivisten zufolge mindestens 35 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder. Im Osten des Landes seien 23 Menschen getötet worden, als Bomben den Ort Albu Kamal nahe der Grenze zum Irak getroffen hätten, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Acht der Toten seien Kinder. Unter den Opfern sind demnach auch Flüchtlinge aus dem Irak.

In den vergangenen Wochen hatten Aktivisten mehrfach zahlreiche zivile Opfer bei US-Luftangriffen gemeldet. So starben im März bei der Bombardierung des nordsyrischen Ortes Al-Dschinnah nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) 38 Menschen.

Bei einem Angriff auf einen Ort östlich der nordsyrischen Stadt Al-Rakka, einer Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), seien zudem zwölf Frauen getötet worden, berichteten die Menschenrechtler weiter. Das IS-Sprachrohr Amak meldete 22 getötete Frauen.

Die USA hätten nicht ausreichend Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um zivile Opfer zu vermeiden, hieß es in einem HRW-Bericht. Bombardiert worden sei ein Gebäude, das auch als Moschee genutzt worden sei.

Die internationale Koalition unterstützt im Norden Syriens eine Offensive der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen den IS. Nach Angaben der Menschenrechtler sind die Angreifer noch rund vier Kilometer von der Grenze Al-Rakkas entfernt. Die Stadt ist neben der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste Hochburg der Extremisten.

In Syrien gilt seit Ende Dezember eine Waffenruhe. Von dieser sind der IS und andere radikale Gruppen jedoch ausgenommen. Die Terrormiliz kontrolliert im Norden und Osten Syriens noch immer große Gebiete, befindet sich aber seit Monaten in der Defensive.

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