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Terror in Ägypten : Messerangriff in Hurghada: Tote Deutsche kamen aus Niedersachsen

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Ein Mann schwamm über das Rote Meer an einen Strand stach auf Ausländer ein. Zwei deutsche Frauen starben.

Die beiden bei einer Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada getöteten Frauen stammen aus Niedersachsen. Das hat das Innenministerium in Hannover am Samstag bestätigt.

„Die Nachricht von dem heimtückischen Messerattentat im ägyptischen Badeort Hurghada, dem am gestrigen Freitag zwei Frauen aus Niedersachsen zum Opfer gefallen sind, macht mich sehr betroffen“, sagte dazu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei. „Es ist immer wieder unbegreiflich, warum Täter derart sinnlose Gewalttaten gegenüber friedlichen Menschen ausüben. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer, denen ich viel Kraft wünsche. Ich gehe davon aus, dass die ägyptischen Behörden alles Notwendige unternehmen.“

Bei der Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghhada hat es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Kairo um einen IS-Terrorangriff gehandelt. Der Täter habe mit den Extremisten über das Internet in Kontakt gestanden und von ihnen den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag. Der festgenommene Angreifer ist demnach ein 28 Jahre alter Uni-Absolvent aus dem Norden Ägyptens.Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht. Bislang hat sich auch noch niemand zu der Tat bekannt.

Angreifer schwamm durchs Meer

<p>Blick am auf den Strand, in Hurghada, Ägypten, an dem ein Attentäter am Freitag (14.07.2017) mehrere Urlauber mit dem Messer attackierte. </p>

Blick am auf den Strand, in Hurghada, Ägypten, an dem ein Attentäter am Freitag (14.07.2017) mehrere Urlauber mit dem Messer attackierte.

Foto: dpa
 

Dem ägyptischen Innenministeriums zufolge war der Angreifer am Freitag von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den Hotelstrand geschwommen und mit dem Messer auf Touristengruppen losgegangen. Vier weitere Ausländer seien verletzt worden, teilte der staatliche ägyptische Informationsdienst (SIS) mit.

Das Auswärtige Amt geht von einem gezielten Angriff auf Touristen aus: „Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen - ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt.“ Außenminister Sigmar Gabriel erklärte über Twitter: „Ich bin sehr bestürzt über dieses feige Verbrechen. Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten.“

Ein Hotel-Strand in Hurghada (Ägypten), aufgenommen im Mai 2016. Am Strand des Roten Meeres wurden am 14. Juli 2017 Touristen mit Messern angegriffen.

Die Idylle trübt: Ein Hotel-Strand in Hurghada (Ägypten), aufgenommen im Mai 2016. Am Strand des Roten Meeres wurden am 14. Juli 2017 Touristen mit Messern angegriffen.

Foto: Benno Schwinghamme
 

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt in Ägypten regelmäßig Angriffe, meistens auf Sicherheitskräfte. Die Extremisten übernahmen auch die Verantwortung für den Absturz eines russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai im Oktober 2015. Alle 224 Insassen kamen damals ums Leben. Der IS ist vor allem im verarmten Norden der Sinai-Halbinsel stark.

Laut einem Bekannten der Toten lebten die Frauen dauerhaft in Hurghada. Er habe die beiden persönlich gekannt, sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul am Ort, Peter-Jürgen Ely, der Deutschen Presse-Agentur. Eine weitere Bekannte von ihm habe die Frauen nach der Tat identifiziert.

Was noch über den Angreifer bekannt ist

Nach Angaben aus den Sicherheitskreisen war der Angreifer am Freitagmorgen mit einem Bus nach Hurghada gekommen, wo er sich das Tatmesser kaufte. Er wollte dem Manager eines betroffenen Hotels zufolge noch mehr Menschen erstechen. Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel „El Palacio“ nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha. „Wir haben den Typen mit seinem Messer gestoppt.“

Der Mann sei bewusstlos gewesen und vom Personal gefesselt worden, erklärte Taha weiter. Fotos im Internet zeigten, wie der außer Gefecht gesetzte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Taha äußerte die Vermutung, dass er geistig verwirrt gewesen sei.

Weitere Opfer aus Russland und Tschechien

Die Agentur Interfax berichtete, eine russische Frau sei verletzt worden, und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Eine 36 Jahre alte tschechische Touristin erlitt nach Angaben des Außenministeriums in Prag bei dem Messerangriff Schnittverletzungen am Bein und am Rücken. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr.

Bereits im Januar 2016 hatte ein Mann in Hurghada bei einem Messer-Angriff drei Touristen verletzt. Der Ort ist mit seinen mehr als 250 Hotelanlagen neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Die Ferienregion ist auch bei Deutschen beliebt. Der Badeort ist vor allem für seine warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt. Für Ägyptens Tourismus bedeutet der Angriff einen neuen Rückschlag. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren bereits deutlich zurückgegangen.

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erstellt am 15.Jul.2017 | 15:56 Uhr

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