Während ihr Mann twittert : Melania Trump warnt vor Cyber-Mobbing

«Ich bin mir sehr bewusst, dass Menschen mir gegenüber misstrauisch sind, wenn ich über dieses Thema rede», räumte die First Lady ein. /AP
«Ich bin mir sehr bewusst, dass Menschen mir gegenüber misstrauisch sind, wenn ich über dieses Thema rede», räumte die First Lady ein. /AP

Fast zeitgleich zu einer Twitter-Tirade von US-Präsident Donald Trump gegen politische Gegner hat First Lady Melania auf einer Konferenz vor Cyber-Mobbing gewarnt.

shz.de von
21. August 2018, 11:06 Uhr

Der Präsident nannte den ehemaligen CIA-Direktor John Brennan am Montag auf Twitter den «schlechtesten CIA-Direktor in der Geschichte unseres Landes» und einen politischen «hack». Das Wort wird abschätzig für Politiker benutzt, die ihren Posten nicht wegen ihres Könnens bekommen haben und über keine moralische Integrität verfügen. Auch das Justizministerium unter Jeff Sessions sei nicht ernst zu nehmen, implizierte Trump. Er setzte «Justiz» in Anführungszeichen.

Seine Ehefrau Melania Trump warnte nahezu zeitgleich bei der Veranstaltung im US-Bundesstaat Maryland vor den Gefahren des Online-Mobbings für Kinder. «Seien wir ehrlich, die meisten Kinder sind sich der Vorteile und Fallstricke der sozialen Medien eher bewusst als einige Erwachsene», sagte die First Lady. Dennoch benötigten Kinder das nötige Rüstzeug «für einen erfolgreichen und sicheren Umgang mit dem Netz».

Ihren Ehemann, den Präsidenten, erwähnte Melania Trump nicht. Allerdings schien sie sich durchaus klar zu sein, dass sie in einer misslichen Lage steckt. «Ich bin mir sehr bewusst, dass Menschen mir gegenüber misstrauisch sind, wenn ich über dieses Thema rede», sagte sie.

Sie habe ihren Ehemann, den Präsidenten, bislang nicht davon überzeugen können, dass es ihrer Sache nicht dienlich sei, andere Erwachsene auf seiner bevorzugten Plattform (Twitter) «klein», «widerlich» und «gemein» zu nennen, schrieb die «Vanity Fair».

Der «Ober-Bully» («cyberbully in chief») sei der «Elefant im Raum» gewesen, schrieb ein Kommentator der «Washington Post». Seine Nicht-Erwähnung gleiche einer Konferenz zur Wahleinmischung, bei der Russland nicht erwähnt werde.

Schon vor dem Auftritt seiner Frau hatte Präsident Trump auf Twitter das Team um den Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, als den «blamierten und diskreditierten Bob Mueller und seine ganze Gruppe wütender Demokraten-Schläger» bezeichnet.

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