Mehr als 500 Tote im Gaza-Konflikt, Tausende Menschen auf der Flucht

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21. Juli 2014, 16:30 Uhr

Der Gaza-Krieg hat in zwei Wochen schon mehr als 500 Tote gefordert. Zusehends entwickelt sich die israelische Bodenoffensive gegen militante Palästinenser im Gazastreifen zu einem verlustreichen Häuserkampf. Mehr als 3300 Menschen wurden bereits verletzt. Bis zu 200 000 sind nach palästinensischen Angaben in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf der Flucht. Es könnten noch schwere Tage bevorstehen, kündigt der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Ausweitung der Offensive an. Bei israelischem Artilleriebeschuss eines Krankenhauses im zentralen Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben vier Menschen getötet und etwa 50 verletzt worden. Ein Großteil der Opfer gehörten zum medizinischen Personal.

Unterdessen feuern radikale Palästinenser weiter Raketen auf Israel ab – gestern heulten erstmals seit drei Tagen wieder die Sirenen in Tel Aviv. Die Raketen wurden abgefangen.

In Gaza wurden bei Gefechten zehn Hamas-Kämpfer getötet, so ein israelischer Militärsprecher. Mindestens zehn weitere bewaffnete Palästinenser wurden bei einem versuchten Anschlag getötet. Sie waren durch Tunnel aus dem nördlichen Gazastreifen nach Israel vorgedrungen, wie es hieß. Auch mehrere Tunnel wurden gefunden. Auf israelischer Seite übersteigt die Zahl der Toten bereits die Verluste der Operation „Gegossenes Blei“, die im Januar 2009 endete. Damals waren zehn Soldaten und drei Zivilisten getötet worden, heute sind es bereits 18 Soldaten und zwei Zivilisten.

Die Bundesregierung appellierte an Israelis und Palästinenser, bei den Kämpfen im Gazastreifen Zivilisten zu verschonen. Es seien bereits viel zu viele Unschuldige ums Leben gekommen.

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