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Türkei-Konflikt : Medienberichte: Türkei soll gegen Akademiker in Deutschland klagen

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Ihnen wird Propaganda für eine Terrororganisation vorgeworfen. Dabei hatten sie einen Friedensappell unterschrieben.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 08:15 Uhr

Berlin | Die Staatsanwaltschaft in der Türkei will nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ in Deutschland lebende türkische Akademiker anklagen. Der Vorwurf laute: „Propaganda für eine Terrororganisation“. Nach Angaben von Betroffenen sollen es etwa 100 Personen sein. Sie gehörten zu einer Gruppe, die Anfang 2016 einen Friedensappell unterschrieben hatte, wie es heißt.

Die Beziehung Deutschlands zur Türkei ist angespannt: einige Deutsche sind in der Türkei inhaftiert wurden, darunter der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel. Im März 2016 klagte der türkische Staatschef zudem gegen Jan Böhmermann, nach dem der Moderator sein „Schmähgedicht“ vorgetragen hatte. Die Akademiker, die jetzt ins Visier der Türkei geraten sind, laufen wohl kaum Gefahr ausgeliefert zu werden, nur auf Reisen könnte sie die türkische Justiz ergreifen.

Insgesamt 1128 Akademiker hatten laut dem Medienbericht im Januar 2016 einen Appell unterzeichnet, in dem sie den türkischen Staat aufforderten, Zerstörungen in den Kurdengebieten zu stoppen. Nun sollen anscheinend alle angeklagt werden. Auch einigen der in Deutschland lebenden Unterzeichner des Appells sei eine Anklageschrift bereits zugestellt worden, die NDR, WDR und „SZ“ vorliege. Darin heiße es unter anderem, der „sogenannte Friedens-Aufruf“ trage den Charakter „der offenen Propaganda für die Terrororganisation PKK“.

Der zuständige Oberstaatsanwalt in Istanbul werfe den Unterzeichnern vor, sie hätten zum Ziel gehabt, den türkischen Staat als „illegitime, zerstörende Kraft“ und als verbrecherisch darzustellen und Gewalt durch die PKK zu legitimieren, so die Anklage. Laut türkischem Gesetz drohen Strafen von bis zu siebeneinhalb Jahren Haft für Terror-Propaganda. Die seit 2012 bestehende Initiative der Akademiker für den Frieden tritt nach eigenen Angaben für eine friedliche und demokratische Lösung des türkisch-kurdischen Konfliktes ein.

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