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Transportflugzeug der Bundeswehr : Medienbericht: Triebwerksprobleme beim A400M

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Die Triebwerke des neuen Transportflugzeugs sorgen für Probleme. Es gehe um Materialfehler, schreibt die „Bild“-Zeitung.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 07:02 Uhr

Berlin | Neue Panne bei der Bundeswehr: Der Flugzeugbauer Airbus hat Probleme mit seinem Truppentransporter A400M. Zu den Mängeln am Propeller-Getriebe gehörten hoher Materialverschleiß und mangelnde Hitzebeständigkeit, berichtete die „Bild“-Zeitung. Eine Airbus-Sprecherin in Madrid, dem Sitz der Airbus-Verteidigungssparte, bestätigte die Angaben „grundsätzlich“ und betonte zugleich, es gebe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Flugzeuge.

Verzögerungen, Pannen, Skandale: Immer wieder hat es in der Historie der Bundeswehr Rüstungsprojekte gegeben, die in der Öffentlichkeit kein gutes Bild der Landesverteidigung abgegeben haben. Egal ob Schmiergelder bei der Auftragsvergabe oder fehlerhafte Technik. Nicht immer lief alles glatt. G36, U-Boote und der Hubschrauber NH90: Die Liste mit bekannt gewordenen Pannen bei der Bundeswehr ist vor allem in den letzten Jahren wieder länger geworden. Zuletzt sorgte ein zu helles Display in Tornado-Jets für Probleme beim Nachtflug.

Für das Problem mit der Hitzebeständigkeit habe man bereits eine Lösung gefunden, so die Sprecherin. Beim zweiten Problem gehe es darum, dass sich in einem Teil von Propellern im Getriebe Metallpartikel lösen und ins Ölsystem gelangen könnten. Man arbeite an einer Lösung. „Das Problem kann bei den regelmäßigen Inspektionen der Maschinen behoben werden“, so die Sprecherin.

Bei einer britischen A400M-Maschine hat sich laut „Bild“ während eines Flugs ein Triebwerk ausgeschaltet. Bei den drei deutschen Maschinen solle dies dem Verteidigungsministerium zufolge allerdings noch nicht passiert sein. Planungsmäßig sollte die Bundeswehr in diesem Jahr neun neue A400M-Maschinen erhalten. Doch es liege „seitens des Herstellers noch keine aktuelle Lieferplanung 2016“ vor, erklärte das Ministerium auf Anfrage des Blattes.

Zur Frage der Auslieferung von Maschinen zitierte die Sprecherin den Airbus-Military-Chef Fernando Alonso: „Wir verfolgen weiterhin das Ziel, in diesem Jahr 20 Maschinen auszuliefern.“ Ob darunter auch Maschinen für die Bundeswehr seien, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die Details der Auslieferungen stünden noch nicht fest.

Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner hält laut „Bild“-Zeitung eine plangemäße Lieferung für „äußerst unrealistisch“. Er erwartet weitere Lieferverzögerungen durch die Triebwerksprobleme.

Die Entwicklung des A400M des Flugzeugherstellers Airbus war begleitet von politischen, finanziellen und technischen Problemen, in deren Folge sich das Projekt um Jahre verzögerte und verteuerte. Die Luftwaffe bekam Ende 2014 ihre erste Maschine. Der A400M soll die Transall-Maschinen ablösen, die teils fast fünf Jahrzehnte alt sind.

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