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Zerstörte Botschaft in Kabul : Medienbericht: Bundesregierung verschiebt Abschiebeflug nach Afghanistan

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Abschiebeflüge stehen wegen der Sicherheitslage in Afghanistan in der Kritik. Doch darum geht es wohl nicht.

Leipzig/Berlin | Die Bundesregierung hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» einen für Mittwoch geplanten weiteren Abschiebeflug nach Afghanistan verschoben. Grund seien nicht Sicherheitsbedenken, sondern die noch nicht wiederhergestellte Arbeitsfähigkeit der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul, berichtete das Magazin am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Die Vertretung war bei einem massiven Bombenanschlag am 31. Mai schwer beschädigt worden. Sie könne die Abschiebeaktion deshalb nicht wie bei früheren Aktionen logistisch unterstützen.

Linke, Grüne, Menschenrechtsgruppen, aber auch einige Sozialdemokraten fordern, Abschiebungen in das Land ausnahmslos zu stoppen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage, der Bericht werde nicht kommentiert. Auch das Bundesinnenministerium wollte die Absage nicht bestätigen. „Wir äußern uns grundsätzlich nicht im Vorfeld solcher Maßnahmen“, sagte ein Sprecher.

Nach dpa-Informationen sollte der Abschiebeflug mit abgelehnten Asylbewerbern ungeachtet vieler Anschläge und zahlreicher Gefechte in vielen Landesteilen Afghanistans ursprünglich am Mittwoch von Leipzig aus starten. Es gehe um Straftäter, Gefährder und Menschen, die ihre Identität verheimlicht hätten.

Die Sicherheitslage hat sich in Afghanistan seit dem Abzug der meisten internationalen Truppen Ende 2014 stark verschlechtert. Die radikal-islamischen Taliban kontrollieren mittlerweile nach US-Militärangaben rund elf Prozent des Landes.

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erstellt am 24.Jun.2017 | 20:16 Uhr

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